Nachruf: Axel Garnatz

von: Wolfgang Philipps / DWL, 04.03.2021, Kategorie: Wasserball, Schwimmverband NRW

In schwierigen Zeiten sind die Macher einer Sportart vielleicht wichtiger denn je: Zu diesem illustren Personenkreis zählte Axel Garnatz, der über lange Jahre das Gesicht des sechsmaligen deutschen Wasserball-Meisters ASC Duisburg war und auch überregional zu den Gestaltern der Sportart  gehörte. Am Mittwoch ist der langjährige 1. Vorsitzende des Bundesliga-Gründungsmitgliedes und frühere Vorsitzende der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) jetzt im Alter von 76 Jahren verstorben und hinterlässt damit eine nur schwer zu füllende Lücke.

„Kein anderer hat den ASC Duisburg so geprägt wie er“, heißt es mit einiger Berechtigung in dem Nachruf des Vereins, doch Garnatz‘ Engagement blieb nicht nur auf den Klub beschränkt: In der inzwischen aufgelösten DWL fungierte von 2000 bis 2002 als Schatzmeister, im Anschluss bis 2010 als Vorsitzender. Ebenso blieb er bis zuletzt eine feste Größe in der Duisburger Sportszene und ihren Gremien. Garnatz war stets ein Mann der klaren Worte, die auch die DSV-Funktionäre immer wieder zu hören bekamen. In der langjährigen Wasserball-Hochburg des Westens war sein Einsatz für die Sportart nicht nur regelmäßig an den Bundesliga-Platzierungen der Schwarzgelben sichtbar, sondern immer wieder auch an internationalen Veranstaltungen, die bis zuletzt an der Wedau zur Austragung gekommen sind.

Dabei war Garnatz in der traditionsbehafteten Sportart kein aktiver Spieler gewesen und wurde erst 1980 Mitglied des ewigen Bundesligisten und zu jener Zeit noch fünfmaligen deutschen Meisters der Jahre 1957 bis 1968. Über die längste Zeit jener vier Jahrzehnte war er für den Verein mit viel Herzblut ehrenamtlich tätig: Von 1984 bis 1986 fungierte er als Kassenwart, ehe er sich dem Sportbetrieb verschrieb. In diesem Bereich amtierte er von 1986 bis 1997als sportlicher Leiter und bescherte dem Klub 1989 mit dem Erfolg im DSV-Pokal den ersten Titelgewinn seit 1972. Danach übernahm er den Posten des 1. Vorsitzenden und lenkte damit bis in die Gegenwart hinein die Geschickte des Gesamtvereins.

Mit seiner Position als 1. Vorsitzender war Garnatz zugleich der Hüter eines der schönsten Vereinsfreibäder in Deutschland geworden, die vielen Mitgliedern über Jahrzehnte zur zweiten Heimat wurde und dessen Erhalt und Modernisierung ihm stets am Herzen gelegen hat. Zusammen mit der Anlage blieb er auch in zunehmend schwieriger gewordenen Zeiten den traditionellen Werten der Sportart verhaftet, was Viele zu schätzen wussten. In diesem Umfeld konnte der Duisburger dem Klub während seines langjährigen Schaffens zugleich einen großen sportlichen Traum erfüllen: 2013 gelang dem Wasserballern von der Kruppstraße das Double aus Meisterschaft und Pokaltitel, nachdem die Schwarzgelben zuvor bereits 1989 und 2010 Pokalsieger geworden waren.

Bis zuletzt dachte Axel Garnatz nicht ans Aufhören. Umso mehr hat jetzt sein Tod viele Anhänger der ältesten olympischen Mannschaftssportart getroffen. So mancher wird mit der Nachricht einen Moment innegehalten haben; viele werden ihn vermissen und mit anderen Mitstreitern so manche Erinnerung teilen, die sie mit dem Duisburger Traditionsverein oder der Sportart verbindet.

 

Text: Wolfgang Philipps / Deutsche Wasserball-Liga
Bild: Zoltan Leskovar / Ruhrgepixel

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