Meister Spandau will stärker gefordert werden (Update)

von: © 2005 sid new media, 29.05.2005, Kategorie: Sport-News, Wasserball (SID)

Nach dem erneuten Titelgewinn in der Wasserball-Bundesliga gehen bei Spandau Berlin Zukunftsängste um. Spandaus Vereinspräsident und Bundestrainer Hagen Stamm beklagt mangelnde Gegenwehr und Unprofessionalität der Liga.

Klubpräsident Hagen Stamm beklagt sich über die Bundesliga

Klubpräsident Hagen Stamm beklagt sich über die Bundesliga

Bei den Wasserballern von Spandau 04 Berlin herrscht trotz des 26. Meisterschaftsgewinns in 27 Jahren Angst vor der Zukunft. Vereinspräsident und Bundestrainer Hagen Stamm holte angesichts der geringen Gegenwehr in der Liga zum Rundumschlag aus. Weltklassespieler wie der Spanier Gabriel Hernandez in Reihen der Berliner könnten sich nicht mehr motivieren. "Ihm macht das hier keinen Spaß, wahrscheinlich werden wir ihn verlieren", so Stamm.

"Keine professionelle Arbeit in der Liga"

Auch Sponsoren würden wegen fehlender Spannung vom Wasserball abrücken. Stamm warf auch seinen Trainerkollegen vor, bei Stars nicht vehement durchzugreifen, auch werde in der Liga nicht professionell gearbeitet. "Wir machen sieben bis acht Trainingseinheiten in der Woche, manche Teams nur die Hälfte", so Stamm.

Spandaus Dominanz ist in der Tat mehr als erdrückend, dies musste auch Finalgegner SV Cannstatt einmal mehr erfahren. Die Berliner Mannschaft von Trainer Peter Röhle gewann am Samstag in der Schöneberger Schwimmhalle auch das dritte Duell mit den Stuttgartern nach einer überzeugenden Vorstellung 12:7 (3:1, 3:2, 4:0, 2:4) und entschied die "best of five"-Serie damit klar für sich. Die beiden ersten Partien hatte Spandau in Cannstatt mit 9:8 und in eigener Halle mit 10:5 für sich entschieden.

"Jahr für Jahr hart erarbeitet"

Der erst 23-jährige Andreas Schlotterbeck ragte mit vier Treffern beim Rekordmeister heraus. Die Erfolgsserie der Berliner war nur 1992 von Waspo Hannover-Linden unterbrochen worden. "Die erfolgreiche Titelverteidigung ist vor allem ein Ergebnis von Charakter und Herz. Was für Außenstehende leicht und selbstverständlich aussieht, muss Jahr für Jahr hart erarbeitet werden", sagte Trainer Peter Röhle, der als Spieler und Trainer an allen Titeln beteiligt war.

Die seit drei Spielzeiten in der Bundesliga verlustpunktfreien Spandauer haben in ihrer Bilanz seit 1979 nun insgesamt 66 nationale und internationale Titel verzeichnet. Zu den Meistertiteln kommen 22 Pokalerfolge, 12-mal war das Team nationaler Supercup-Gewinner, viermal Europapokalsieger der Landesmeister und zweimal europäischer Supercup-Gewinner.

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