Ariel Zambrano: Ein Schwimmer aus Ecuador zu Gast in Gelsenkirchen-Buer mit Startrecht für den SV Gladbeck 13

von: Peter Kuhne, 20.03.2016, Kategorie: Schwimmverband NRW, Schwimmen, Schwimmjugend

Ariel Zambrano ist ein 18-jähriger Schwimmer aus Ecuador, wo er in der Hauptstadt Quito zu Hause ist. Im August 2015 hat der Abiturient für fast ein Jahr seinen Lebensmittelpunkt allerdings nach Deutschland verlegt und lebt seit dieser Zeit als Austauschschüler bei der Familie Frese in Gelsenkirchen-Buer.

Ariel Zambrano

Ariel Zambrano

Ariel Zambrano

v. Links: Marc Sandmann (SV NRW), Ariel Zambrano, Gasteltern Silke & Rudolf Frese und Gastbruder Nico

Fotos/Bericht: ©Peter Kuhne

Dass es so gekommen ist, liegt zu einem großen Teil am SV NRW. Im Mai 2015 kontaktierte der Verein Partnership International e.V. Schüleraustausch unseren Landesverband und bat um Mithilfe einen leidenschaftlichen Schwimmer aus Ecuador, der bereits an Wettkämpfen in ganz Südamerika teilgenommen hat, in eine Gastfamilie, die ebenfalls einen Bezug zum Schwimmsport hat, zu vermitteln.
Wir haben daraufhin einen Aufruf über Facebook gestartet. Das war einer der erfolgreichsten Beiträge, den wir je hatten. Er hat viele Tausend Leute erreicht und schon wenige Wochen später erhielten wir von Partnership eine Nachricht, dass es geklappt hat. Man war dort sehr dankbar für unsere Unterstützung“, erinnert sich Marc Sandmann (Fachkraft Jugend / Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Medien) im SV NRW.
„Wir haben diesen Aufruf gelesen und  dachten, das passt vom Alter und den Interessen her. Wir haben uns dann bei Partnership gemeldet und gleich beim ersten Anruf war schon klar, dass das der Treffer ist“, ergänzt Silke Frese.
Die Familie hat einen 12 Jahre alten Sohn Namens Niko, der Leistungsschwimmer  in der ersten Mannschaft des SV Gladbeck 13 ist. Die 18-jährige Tochter besucht die Gesamtschule Buer-Mitte. Das passte vom Alter her, weil Ariel mit ihr zusammen zur Schule gehen konnte. So kam der junge Schwimmer aus Ecuador in die Familie Frese nach Gelsenkirchen-Buer.

Er trainiert sechsmal die Woche beim SV Gladbeck 13, für den er auch für ein Jahr Startrecht besitzt und schon einige Wettkämpfe bestritten  hat. Ariel fühlt sich beim SV Gladbeck und besonders bei seiner Gastfamilie sehr wohl. Dass er für seinen Auslandsaufenthalt ausgerechnet in Deutschland gewählt hat, war zunächst allerdings noch nicht klar. „Ich hätte auch nach Frankreich oder Italien gehen können. Frankreich war aber viel teurer als Deutschland. Außerdem ist Deutschland Fußball-Weltmeister geworden“, lautet was speziell den WM-Titel angeht, die etwas ungewöhnliche Begründung Ariels in unser Land zu kommen.

Die ersten vier Wochen seines Aufenthalts verbrachte er in einem Sprachcamp. Die deutsche Sprache beherrscht er inzwischen recht gut. Vermissen tut er in erster Linie seine Freunde in Ecuador und manchmal auch die heimische Küche. „Aber auch hier gibt es viel leckeres Essen. Am meisten liebe ich Curry-Wurst“, sagt Ariel. „Er isst alles und von allem viel“, ergänzt Silke Frese diese Aussage. Ansonsten schätzt Ariel an Deutschland unter anderem  die Infrastruktur z.B. mit öffentlichen Verkehrsmitteln und wie gut hier alles organisiert ist. Das Wetter, meint er, sei aber in Ecuador besser. Allerdings hat er hier zum ersten Mal in seinem Leben Schnee gesehen.
Ariel hat, seit dem er hier ist, schon sehr viel erlebt. So war er mit der Schule eine Woche in der Toskana. Mit der Familie Frese hat er im Winter eine Deutschlandrundfahrt unternommen und war mit seiner Gastfamilie in den Herbstferien  eine  Woche in Barcelona. In den Osterferien geht es jetzt noch mit dem SV Gladbeck 13 ins Trainingslager nach Zypern. „Ich will mal behaupten, dass er einer der Schüler von Partnership ist, der am meisten rumgekommen ist“, meint Silke Frese.

Ariel ist seit vier Jahren Leistungsschwimmer. In Ecuador war er vor allem erfolgreich im Freiwasser über 5 Kilometer. Im Becken schwimmt er am liebsten  die 100m und 200m Schmetterling. Brust und die 1500m Freistil mag er hingegen nicht. Das steht ganz im Gegensatz zu den Vorlieben von Niko Frese. „Ich liebe 100m und 200m Brust, mag auch die 1500m Freistil, hasse aber 100m und 200m Schmetterling“ so Nico Frese. Das sorgt zwischen den beiden Schwimmern im Hause Frese immer für einigen Gesprächsstoff.
Im Juli geht Ariel zurück nach Ecuador und zurück zu seinem alten Verein, wo er seinen dortigen Schwimmkameraden erzählen kann, dass er die Erfahrung gemacht hat, dass in Deutschland härter trainiert wird und mehr Kilometer geschwommen werden als bei ihm zu Hause.

Ariel kann sich vorstellen noch einmal nach Deutschland zurück zu kommen. Eventuell will er hier studieren (Bio-Technology). Für Familie Frese war die Zeit mit Ariel ihre erste Erfahrung als Gasteltern. „Unsere beiden Töchter waren auch im Ausland, allerdings  nur für jeweils ein halbes Jahr. Wir wollten mal sehen, wie das ist und wie sich wohl die Gasteltern unserer Töchter gefühlt haben mögen, ein fremdes Kind im Haus zu haben. Es war auf jeden Fall eine sehr interessante Erfahrung, aber auch eine große Herausforderung“,  resümiert Silke Frese und erntet bei dieser Aussage die uneingeschränkte Zustimmung ihres Ehepartners Rudolf.

Bevor Ariel Zambrano endgültig seine Zelte in Gelsenkirchen-Buer abbricht, hat er noch ein schwimmerisches Ziel vor Augen. Er möchte sich für seinen Gastverein SV Gladbeck 13 für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften Ende Juni in Berlin qualifizieren. Das betracht er als einen guten Abschluss einer schönen und aufregenden Zeit in Deutschland.

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