Content

Aktionen mit dem „Friedensdorf Oberhausen“

Was muss in einem zehnjährigen Kind vorgehen, das auf eine Mine tritt und dem dabei ein Arm oder ein Bein abgerissen wird oder das sonstige schwere Verletzungen erleidet!? Und regelmäßig gibt es in den Ländern, in denen so etwas passiert, nicht einmal eine ausreichende Versorgung der Verletzungen, geschweige denn die Möglichkeit zu komplizierten Operationen, zu Prothesen und Reha-Maßnahmen.

Hier kommt seit über 35 Jahren das Friedensdorf Oberhausen ins Spiel. Solchermaßen verletzte Kinder werden aus Afrika, Asien oder sonstigen Kriegsgebieten nach Deutschland transportiert, operiert, erhalten ggf. Prothesen und wohnen dann während der Reha-Maßnahme im Friedensdorf; manchmal für ein halbes Jahr, manchmal noch deutlich länger.

Was muss in einem afrikanischen oder asiatischen zehnjährigen Kind vorgehen, das ganz allein, ohne Familie und Freunde, in einem völlig fremden Land leben muss, ohne Sprachkenntnisse und mit ganz anderen kulturellen und religiösen Gebräuchen!? Mal ganz abgesehen von den körperlichen Schmerzen, ggf. Rückschlägen bei der Gesundung usw..

Findet man im Kinderdorf daher nur traumatisierte und depressive Kinder, die sich ganz ihrem Schmerz ergeben, die Trennung von ihren Eltern beklagen und einen Kulturschock erleiden? Zumindest bei den meisten ist das genaue Gegenteil der Fall: Fröhliche Kinder, die mit ihren Einschränkungen und Prothesen ganz selbstverständlich umgehen, jeden Besucher sofort freundlich begrüßen und einen Optimismus und eine Lebensbejahung ausstrahlen, die einen fast schon beschämt, wenn man über all die „schwerwiegenden“ eigenen Probleme nachdenkt, die man noch am Tag zuvor wortreich beklagt hat.

Viele ehrenamtliche Helfer/innen und einige Hauptberufliche - also durchaus Parallelen zum Sport - nehmen die vielen Aufgaben wahr, die anfallen.

Hachen ist nicht garade um die Ecke für jemanden aus Oberhausen/Dinslaken und dennoch ließen es sich zwei Mitarbeiterinnen - Frau Peppmüller (mit Mikro) und Frau Schramek - nicht nehmen, morgens um 9:00 Uhr bei uns einen Vortrag über die Tätigkeiten des Friedensdorfes zu halten, inkl. Film, obwohl Frau Schramek erst am Nachmittag des Vortages aus Afrika zurück gekommen war und wieder eine große Zahl neuer Kinder (ca. 60) mitgebracht hatte. Alle Teilnehmer/innen waren von dem Vortrag beeindruckt, um nicht zu sagen, ergriffen.



Immerhin konnten auch wir ein wenig bieten. Im Vorfeld hatten wir in Verbindung mit den Einladungen die Teilnehmer/innen gebeten, Lebensmittel, Kleidung und Spielzeug mitzubringen, denn das Friedensdorf hilft alljährlich mit einer großen Aktion im Dezember (durchschnittlich 5.000 Pakete) bedürftigen Menschen in Ländern wie Turkmenistan, Aserbaidschan usw., durch den harten Winter zu kommen.


Erfreulich viele Spenden kamen zusammen (wobei auf dem Foto erst knapp die Hälfte abgebildet ist), so dass die beiden Referentinnen gar nicht alles in ihren Kombi bekamen und wir den Rest am Sonntag selbst nach Dinslaken zum Zentrallager gebracht haben.

Darüber hinaus machten am Samstagabend in der Tenne zwei Spendendosen die Runde. Immerhin 177 Euro kamen zusammen, die ein freundlicher Spender zunächst auf die „runde“ Summe von 200 Euro aufstockte und danach, wie schon abends versprochen, diesen Betrag auf 400 Euro verdoppelte.

Für die Paketaktion muss man normalerweise genormte Kartons für 5,50 Euro pro Stück im Friedensdorf kaufen, womit u. a. auch die Frachtkosten bezahlt werden. Daher hat die Schwimmjugend insgesamt 20 dieser Kartons bezahlt, in die die mitgebrachten Spenden umgepackt werden konnten.

 

Das Friedensdorf hat aber noch viel mehr zu bieten:

  • Einzelne Besucher wie auch (Vereins)Gruppen sind immer herzlich willkommen. Ob ein paar Stunden oder ein ganzes Wochenende - alles ist möglich. Warum also nicht mal mit einer Gruppe Kinder und Jugendliche dort hinfahren, statt in den Klettergarten oder ins Fantasialand?
  • Jugendliche Vereinsmitglieder, die in der Nähe wohnen, können auch Praktika absolvieren.
  • Jedes Jahr, Anfang September, findet ein tolles Dorffest statt, das so ein wenig an unseren Markt der Möglichkeiten erinnert aber um ein Vielfaches größer und sehr interessant ist.
  • Auf der Internetseite gibt es auch einen Fan-Shop. Vielleicht findet sich hier ja mal ein ausgefallenes Weihnachtsgeschenk (privat oder für Vereinsmitglieder).

 

Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite des Friedensdorfes. Und wer will, kann sich unter der angegebenen Zentral-Rufnummer auch mit Frau Peppmüller oder Frau Schramek verbinden lassen.

Bernd Koch

Context Column