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Sportlerportrait 01/2007 — Sina Sutter: Mit kleinen Schritten zum Erfolg

Sina Sutter

Sina Sutter von der SG Essen bewegt sich, was den Schwimmsport angeht, bereits in einem professionellem Umfeld. So verfügt die am 14. Januar 1991 in Essen geborene Schülerin über eine eigene Homepage im Internet. (www.sina-sutter.de). Seit 2002 kann Sina Sutter auch bereits einen Sponsorenvertrag vorweisen. Nicht schlecht für eine gerade 16 Jahre alt gewordene Schwimmerin, die bereits im zarten Alter von drei Monaten bei ihrem Stammverein Blau-Gelb Delphin-Essen mit dem Babyschwimmen ihre ersten Versuche im nassen Element unternahm.

Bis heute ist Sina Sutter Blau-Gelb Delphin, einem der Trägervereine der SG Essen treu geblieben. Sportlich vorbelastet ist Sina durch ihre Eltern, die beide Reitsport betrieben haben. Sinas Mutter Ute ist heute noch als Reitlehrerin tätig. Auch der ein Jahr jüngere Bruder von Sina Sutter treibt Sport und zwar spielt er Basketball. Ihre ersten Wettkämpfe bestritt Sina auf Essener Stadtebene, wofür zweimaliges Training in der Woche noch durchaus ausreichten.

In eine der Leistungsgruppen der SG Essen kam Sina 1999, als sie bei der DMS-J eingesetzt wurde. Seit dieser Zeit trainiert sie leistungsbezogen im Schwimmzentrum Essen-Rüttenscheid und die Trainingseinheiten wurden immer umfangreicher. Waren es zu Anfang noch erst vier Einheiten pro Woche, sind es mittlerweile neun bis zehn, je nachdem ob am Wochenende ein Wettkampf ansteht oder nicht.

Seit dem sie für Meisterschafts-Veranstaltungen startberechtigt ist, sammelte Sina eine Vielzahl von Titeln auf Bezirks- und Landesverbandsebene. Im Bewusstsein sind ihr hier besonders ihre ersten NRW-Jahrgangstitel über 200 und 400m Freistil im Jahre 2002 geblieben. Auf Medaillenjagd bei DSV-Meisterschaften geht Sina seit 2003, wo sie erstmals mit der Teilnahme am Jugendmehrkampf an nationalen Titelkämpfen teilnahm. "Diese Wettkampfform gefällt mir nicht so. Das System der Punktevergabe kann ich nicht nachvollziehen", hat Sina zum Jugendmehrkampf eher ein gestörtes Verhältnis. So richtig interessant wurde es für Sina dann auch erst im Jahr 2004, wo sie bei den DSV-Jahrgangsmeisterschaften in Leipzig mit zwei Titeln (200m Schmetterling und 200m Freistil) und zwei Silbermedaillen (400 und 800m Freistil) für einen Paukenschlag sorgte.

Mit dem Meistertitel über 200m Freistil, Platz zwei über 200m Schmetterling und Rang drei über 400m Freistil setzte Sina Sutter 2005 ihren Medaillenfischzug bei DSV-Jahrgangsmeisterschaften fort. Belohnt wurde Sina für diese Leistungen mit der Teilnahme am European Youth Olympic Festival (EYOF) in Italien, wo sie mit der 4x100m Freistilstaffel die Silbermedaille gewann. "Das EYOF war mein erster internationaler Wettkampf für den DSV. Das war ein Supergefühl", erinnert sich Sina gerne an die Tage in Italien zurück.

Sinas bisheriger Karrierehöhepunkt datiert aus dem Jahr 2006. Als Deutsche Jahrgangs- und Juniorenmeisterin über 200m Freistil qualifizierte sie sich für die Jugend-Europameisterschaften auf Mallorca. Ihr dritter Platz bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften über 400m Freistil soll hierbei nicht unerwähnt bleiben. Bei der JEM schwamm Sie im Einzelrennen über 200m Freistil in 2:05,53 Minuten auf Rang zehn, womit sie, was die Zeit angeht sehr zufrieden war. "Ich war richtig stolz dort schwimmen zu können. Wir waren eine tolle Mannschaft und das Verständnis untereinander war unheimlich gut", schwärmt Sina. Bedauert hat sie nur, dass der DSV für die JEM wegen angeblicher Chancenlosigkeit keine 4x200m Freistilstaffel meldete. "Gerade die Staffeln sind doch der Höhepunkt jedes internationalen Wettkampfes, da hängt sich jeder doch besonders rein", ist Sina noch heute ein wenig enttäuscht über die von oben "verordnete" Staffelabstinenz.

Was nicht ist, kann aber noch werden. In diesem Jahr bietet sich Sina die zweite Chance auf eine JEM-Teilnahme. Hierfür möchte sie sich noch einmal qualifizieren und vielleicht meldet der DSV in diesem Jahr auch die lange Freistilstaffel. Auf weitere sportliche Ziele angesprochen gibt Sina nur noch die Jugendweltmeisterschaften 2008 an. Was darüber hinaus geschieht, lässt Sina auf sich zukommen. "Ich setze mir nur kleine Ziele, in die Ferne gucke ich nicht so gerne", sagt die Schülerin des Essener Helmholtz-Gymnasiums, einer sportbetonten Schule, die auch ein Teilzeit-Internat beherbergt.

Sina Sutter

Einen Berufswunsch hat sie noch nicht ins Auge gefasst. nennen. "Nach dem Abi werde wohl in jedem Fall studieren, eventuell auch im Ausland, was danach kommt ? Keine Ahnung", sagt Sina, die sich in ihrer Heimatstadt Essen sehr wohl fühlt. "Ich bin ein Großstadtmensch und genieße deren Vorzüge. Als Alternative zu Essen wäre New York nicht schlecht", antwortet Sina auf die Frage, wo sie gerne leben will. Wenn sie sich eine Zeit aussuchen könnte, in der sie leben dürfte, wäre sie gerne in der Zukunft zu Hause.

In ihrer Freizeit surft sie viel im Internet, wo sie mit Freunden kommuniziert, die sie wegen ihrer zeitraubenden Trainingsarbeit sonst nicht treffen kann. Wenn am Wochenende einmal kein Wettkampf ansteht, feiert Sina auch gerne Partys. Sehr wichtig ist ihr aber auch das Zusammensein mit der Familie, die wie sie sagt, immer für sie da ist. Hieraus zieht Sina Sutter sehr viel von ihrer Motivation für ihr aufwendiges Schwimmerleben.

Ein richtiges Idol hat sie was das Schwimmen angeht übrigens nicht, kann aber eine gewisse Bewunderung für Franziska van Almsick nicht verhehlen, was in erster Linie daran liegt, dass "Franzi" in ihrer aktiven Zeit auf den 200m Freistil zu Hause war, die Strecke, die auch Sina als ihre Lieblingsdisziplin bezeichnet. Weniger als 200m sollen es nicht sein, eher mehr. "Ich bin keine Sprinterin, auf den kurzen Strecken komme ich einfach nicht aus dem Quark", verriet uns Sina Sutter bereitwillig ihre Schwächen.

Peter Kuhne

Context Column