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Sportlerportrait 03/2014 – Christoph Prill: Der Duisburger dominiert im SV NRW mit beständigen Leistungen den Jahrgang 1995 im Brustschwimmen

Christoph Prill (Duisburger ST)

Ich traf Christoph Prill vom Duisburger Schwimm-Team zum Interview für dieses Sportlerportrait im Sportpark Duisburg und konnte mich davon überzeugen, dass Christoph sich hier bei seinen Trainingseinheiten in einem wahren Paradies für einen jeden Sportler bewegt. Das 2008 von Sportpark Wedau in Sportpark Duisburg umbenannte Gelände zählt mit einer Größe von ca. 200 ha, davon ca. 60 ha Wasserfläche, sowie seinen zahlreichen Sportanlagen zu den größten und vielfältigsten Sport- und Erholungsgebieten Deutschlands und bietet den Athleten von über 40 Sportarten alles, was ein Sportlerherz begehrt. Im Zentrum des Sportparks befindet sich das Schwimmstadion, das im September 2013 nach einjähriger Sanierung wieder eröffnet wurde.

In diesem Bad, das über acht 50 Meterbahnen verfügt, zieht Christoph Prill an fünf bis sechs Tagen die Woche seine Trainingsbahnen. Christoph wurde am 12. Juli 1995 in Dinslaken, wenige Kilometer nördlich von Duisburg gelegen, geboren. Mittlerweile wohnt er mit seinen Eltern und seinem 22-jährigen Bruder, die alle keine schwimmsportliche Vergangenheit haben, im Norden von Duisburg. Er besucht die 13. Klasse des Sophie Scholl Berufskolleg Duisburg-Marxloh, das er aller Voraussicht nach im Juni diesen Jahres mit dem Abitur in der Tasche verlassen wird. Anschließend will er gerne an der Universität Duisburg-Essen Elektrotechnik studieren. In Duisburg will Christoph weiter wohnen bleiben, denn hier fühlt er sich rundum wohl. "Ich lebe gern in Duisburg. Hier wohnen meine Familie und Freunde. Es gibt viele Möglichkeiten etwas zu unternehmen. Das gilt sowohl für Duisburg selbst, als auch für die nahe gelegenen Nachbarstädte", sagt Christoph. Mit dem Schwimmen begann Christoph im Alter von sechs Jahren als er eingeschult wurde. "Meine Eltern legten Wert darauf, dass ich Schwimmen lernte. Ich hatte aber auch von Anfang an viel Spaß daran", erinnert sich Christoph. So war es dann auch nicht weit zu einer Mitgliedschaft in einem Schwimmverein. Das war der Polizei-Sportverein Duisburg 1920 (PSV). Dieser Klub ist einer der Trägervereine des Duisburger Schwimm-Team, dem insgesamt neun Vereine angehören. Wäre er nicht Schwimmer geworden, hätte Christoph für sich eine Mannschaftssportart gewählt. "Ich hätte hier sicherlich viele Sportarten ausprobiert. Teamsport finde ich, obwohl ich selbst eine Einzelsportart betreibe, viel besser als Einzelsportarten. Das geht vielen in unserer Mannschaft so. Wir freuen uns daher immer am meisten auf die Mannschaftswettbewerbe im Schwimmen, wie DMS oder Staffeln", erzählt uns Christoph. Bei diesem Bekenntnis des Fans der Fußballer von Schalke 04 wundert es nicht, dass er als sein bisher schönstes Erlebnis im Schwimmsport den Aufstieg der Männer des Duisburger ST im Jahr 2013 in die 2. Bundesliga West nach zehn Jahren Abwesenheit nennt. Neben Christoph Prill, der beim Finale in Bielefeld über 100m Brust und 200m Lagen zwei neue DST-Rekorde aufstellte, waren an diesem Erfolg noch Anes Hodzic, Fabian Messer, Fabian Wachholz, Florian Schenzer, Lukas Martini, Nils Zimmermann, Sebastian Viehöfer und Volker Naß beteiligt. Trainer der Aufstiegsmannschaft war Stefan Schönhoff, seit 2009 auch Coach von Christoph Prill.

Christoph Prill (Duisburger ST)

Trainer, Mannschaft und auch die Trainingsmöglichkeiten im Sportpark Duisburg sind das, was Christoph beim Duisburger ST besonders gut gefällt und warum er keinen Gedanken daran verschwendet, sich eine andere sportliche Heimat zu suchen. In Duisburg hat er sich in den letzten Jahren, was den Sport angeht, einen guten Namen gemacht. Bei der Wahl zum Duisburger Sportler des Jahres 2013 belegte er einen hervorragenden vierten Platz. In der Duisburger Presse wird regelmäßig und viel über den Schwimmer berichtet, der in den letzten zwei Jahren Duisburger Stadtmeistertitel im zweistelligen Bereich sammelte. Auch seine Bilanz bei SV NRW-Meisterschaften gibt ein eindrucksvolles Zeugnis seines Talents ab. Seit 2011 gewann Christoph 14 NRW-Jahrgangstitel auf Lang- und Kurzbahn. Im Jahrgang 1995 ist er über 50m Brust seit 2011 auf beiden Bahnen ungeschlagen. Auch in der offenen Klasse kann er bei SV NRW-Meisterschaften bereits einige Erfolge aufweisen. Seine erste Medaille gewann er hier mit Bronze 2011 auf der Langbahn über 200m Brust. 2013 folgten über 200m Brust Silber auf Lang- und Kurzbahn, über 100m Brust gewann er auf der Kurzbahn Bronze. Sein bislang größter Erfolg bei SV NRW-Meisterschaften war aber 2013 der Titelgewinn auf der Langbahn über 50m Brust. Die SV NRW-Bestenliste 2014 auf der Kurzbahn führt Christoph bei den Junioren und in der offenen Klasse über 50m Brust (0:30,07) an. Über 100m Brust (1:02.19) und 200m Brust (2:14,11) führt Christoph in der SV-NRW Bestenliste der Junioren. Auf der Langbahn rangiert er über 100m Brust (1:06,00) und 200m Brust (2:23,49) jeweils auf Rang zwei der aktuellen Bestenliste für das Jahr 2014. Die Aufzählung dieser Erfolge sagt bereits aus, dass das Brustschwimmen die Hauptlage und Lieblingsdisziplin des 18-jährigen ist. "Ich bin seitdem ich schwimme, Brustschwimmer. Das hat sich nie geändert und ich denke, ich werde auch weiterhin Brustschwimmer bleiben. Meine Lieblingsstrecken sind die 50 und die 200m", so Christoph Prill. "Die 100m und 200m Lagen sind für mich auch noch o.k. Über 400m Lagen werden mir hingegen die Arme ganz schön schwer. Lange Strecken mag ich übrigens sowie so nicht", fügt Christoph hinzu. Seine Rennen schwimmt er lieber auf der Kurzbahn. " Die vielen Wenden empfinde ich als angenehm. Dadurch hat man ein bißchen mehr Pause und ist trotzdem schneller mit dem Wettkampf fertig", lautet das Credo von Christoph für die Kurzbahn. Sein Bekenntnis zur Kurzbahn hindert den Duisburger aber nicht auch auf der Langbahn schnell zu schwimmen. 2012 machte er bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin sehr positiv auf sich aufmerksam. Mit neuen Duisburger ST-Rekorden wurde er über alle drei Bruststrecken Vierter. Darüber, dass er dreimal hintereinander teilweise nur mit wenigen Hunderstel Rückstand an einer Medaille vorbei schwamm, hat sich Christoph schon geärgert, obwohl er im Allgemeinen gut mit Niederlagen umgehen kann. "Ich bin schon sehr ehrgeizig und möchte natürlich gerne gewinnen. Ich denke aber immer, dass der Beste gewinnen soll. Von daher bin ich nicht sauer, wenn der mich schlägt", sagt Christoph. Das tolle Gefühl bei Deutschen Jahrgangsmeisterschaften auf dem Siegerpodest zu stehen, konnte Christoph Prill ein Jahr später 2013 genießen. Über 50m und 200m Brust gewann er im Jahrgang 1995 die Silbermedaille. Zwei vierte Plätze über 100m Brust und 50m Rücken rundeten seinen hervorragenden Auftritt bei diesen Titelkämpfen ab.

Christoph Prill (Duisburger ST)

Der Lohn für seine Leistungen war die Berufung in den Nachwuchskader des SV NRW. In der Wertung für den Jugendschwimmer des Jahres 2013 im SV NRW nimmt Christoph Prill den dritten Platz ein, womit er sich gegenüber 2012 um einen Rang verbesserte. Ein direktes sportliches Vorbild hat Christoph nicht. Die Leistungen eines Michael Phelps oder eines Ryan Lochte nötigen Christoph aber gehörigen Respekt ab. Was seine sportlichen Ziele angeht, gibt sich Christoph Prill bescheiden. "Bei den kommenden Deutschen Meisterschaften möchte ich gerne in ein B-Finale einziehen. Bei den anschließenden Deutschen Jahrgangsmeisterschaften will ich über meine Strecken in den Juniorenfinals stehen. Über fernere Ziele habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Das lasse ich auf mich zukommen. Sport und Beruf müssen schon zusammen passen. Davon mache ich auch abhängig, wie lange ich noch schwimmen werde", sagt Christoph. In seiner Freizeit geht er gerne mit Freunden weg. Mit denen spielt er auch schon einmal Fußball oder Volleyball. Wenn er zu Hause ist, spielt er gerne mit Freunden am PC. Glücklich kann man ihn mit einem leckeren Essen machen, wobei seine Lieblingsspeise Currywurst mit Pommes für ihn keinen Wiederspruch zu dieser Aussage darstellt. Was er nicht mag sind Besserwisser, Arroganz und Menschen, die sich für etwas Besseres halten. Sein Musikgeschmack ist vielleicht etwas außergewöhnlich für einen Menschen seines Alters. Er hört nämlich gerne Schlager. Seine Träume von der Zukunft sind genau wie sein gesamtes Auftreten eher bescheiden und Beweis für seine Bodenständigkeit. "Ich möchte vielleicht noch den einen oder anderen sportlichen Erfolg erleben. Wichtig ist auch, dass ich einen guten Job bekomme, in dem ich mich wohlfühle. Das wichtigste ist aber, dass ich die beste Mannschaft der Welt habe und das soll so bleiben wie es ist", so Christoph. In Anlehnung auf seine Vorliebe für Schlager würde hierzu sehr gut das Lied aus den 60'gern der Sängerin Heidi Brühl passen, das da lautet: "Wir wollen niemals auseinander geh'n".

Peter Kuhne

Context Column