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Sportlerportrait 02/2008 Janina Kistenmacher: Nervös schwimmt sie am besten

Janina Kistenmacher

Wenn sie, wie sie es in ihrer Freizeit ganz gerne tut, mit Freunden in ihrer Heimatstadt Bielefeld unterwegs ist, wird wohl kaum jemand darauf kommen, dass sie im Schwimmsport unseres Landesverbandes bereits eine feste Größe ist. Janina Kistenmacher, von der hier die Rede ist, macht außerhalb des Schwimmbeckens eine eher unscheinbare Figur. Sobald sie allerdings in das Element Wasser eintaucht, verwandelt sie sich in ein Energiebündel.

Der Konkurrenz in ihrem Jahrgang zeigte die, am 20. Februar 1993 geborene Bielefelderin, in den letzten Jahren schon des öfteren die Fersen. Schon von klein auf ist Janina im Wasser zu Hause. Leistungssport betreibt die Schülerin des Bielefelder Helmholtz-Gymnasiums, wo sie die neunte Klasse besucht, seit vier Jahren. Ihr erster Verein war das Schwimmteam Bielefeld, inzwischen ist sie zu den Wasserfreunden Bielefeld gewechselt. Dort fühlt sie sich rundum wohl. Der Weg zum Training gestaltet sich problemlos. "Mein Trainer wohnt in der Nähe und holt mich ab. Nach zehn Minuten sind wir im Bad, aber auch mit dem Fahrrad komme ich gut zu Training", sagt Janina.

Janina Kistenmacher

Schwimmsportlich aus dem Elternhaus vorbelastet ist Janina nicht. Ihre Eltern haben früher getanzt und ihre elfjährige Schwester spielt Handball. "So richtig ernsthaft ist das aber nicht. "Leistungssportlerin in der Familie bin eigentlich nur ich", erzählt Janina. Dabei geht sie konsequent ihren eigenen Weg, denn sportliche Vorbilder hat sie keine. Janina Kistenmacher ist in erster Linie Brustschwimmerin. Andere Disziplinen sind nicht so ihr Ding. "Lagen schwimme ich noch ganz gerne, aber da läuft es eher mittelmäßig", gibt sie mit einem Lächeln freimütig zu. "Brust kann ich eben am besten", fügt Janina hinzu. 200 Meter, dann 100 Meter und ohne größere Ambitionen 50 Meter, in dieser Reihenfolge sieht sie ihre größten Stärken.

Ihre ersten Erfolge auf NRW-Ebene feierte sie schon kurz nachdem sie vor vier Jahren mit dem Leistungssport begann. Im Jahr 2004 wurde sie dreifache NRW-Jahrgangsmeisterin. Ein Jahr später war sie auf Landesverbandsebene nicht ganz so erfolgreich, holte sich aber immerhin noch eine Silber- und zwei Bronzemedaillen ab. Inzwischen geht in ihrem Jahrgang im Brustschwimmen kein Weg mehr an Janina Kistenmacher vorbei. Vor drei Wochen bei den NRW-Meisterschaften in Köln gewann sie die wiederum die Jahrgangstitel über 100m und 200m Brust. Über die 50m-Sprintstrecke wurde sie Zweite. Darüber hinaus stand sie über 100m und 200m im Finale der offenen Klasse. Hier wurde sie jeweils Siebte.

Janina Kistenmacher

Ihre bis dato größten Erfolge auf DSV-Ebene feierte Janina Kistenmacher 2007. Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Dortmunder Südbad gewann sie über 100m und 200m Brust die Goldmedaille. Hierfür wurde sie vom DSV mit der Nominierung für die EYOF in Belgrad nominiert.

Die Reise nach Serbien war für Janina gleichberechtigt mit den Dortmunder Titelkämpfen das bisher schönste Erlebnis im Schwimmsport. Ein richtig peinliches Ergebnis hatte sie bisher nicht. "2005 bei den NRW-Meisterschaften war jeder Start schlecht. Da war ich wohl zu nervös, weil ich alles so gut machen wollte, wie das Jahr davor. Richtig peinlich war das aber nicht, ich habe vielmehr daraus gelernt", erinnert sich Janina.

Heute ist sie vor jedem Start nervös. "Wenn ich richtig nervös bin und Angst vor den Gegnern habe, schwimme ich am besten", sagt sie inzwischen. Für dieses Jahr hat sich Janina vorgenommen, bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin ihre im Vorjahr gewonnenen Titel zu verteidigen, ist sich aber bewusst, dass die Trauben hierfür sehr hoch hängen. Langfristige Ziele hat sie dagegen noch nicht. "Ich lasse das alles auf mich zukommen und setzte mir meine weiteren Ziele nach und nach", will sich Janina, was ihre sportlichen Ambitionen angeht, nicht festlegen.

Bei ihren beruflichen Zielen sieht das schon anders auf. Nach dem Abitur könnte sie sich vorstellen, Lehrerin zu werden. Angesprochen auf das, was sie gerne isst, nennt sie zunächst Salat, dann Schnitzel und zum Schluss erzählt sie dann, dass sie bis auf Eintöpfe alles gerne isst. An ihren Mitmenschen mag sie vor allem, wenn sie humorvoll sind und Spaß verstehen. Wenn sie dazu noch spontan sind und Witze machen können, haben sie bei Janina schon gewonnen. Was sie dagegen gar nicht mag, ist wenn jemand vordergründig nett ist, hintenherum aber über andere "ablästert".

Peter Kuhne

Context Column