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Sportlerportrait 04/2009 - Melvin Herrmann: Als "Schmetterling" in der Erfolgsspur

Melvin Herrmann

Das Jahr 1992 wartete bis zu seinem letzten Tag bis es Melvin Herrmann auf die Welt losließ. Der Schwimmer der SG Dortmund wurde nämlich am 31.12.1992 geboren und entwickelte sich im Laufe seiner sportlichen Karriere als ein echter Sylvesterknaller. Wie das Jahr 1992 mußten auch unsere Leser lange warten, bis dieses schon lange geplante Portrait von Melvin Herrmann endlich im Netz ist. Immer kam irgend etwas dazwischen, was die Veröffentlichung hinauszögerte. "Melvin, wenn Du das jetzt liest, sei bitte nicht böse, dass es so lange gedauert hat. Es war wirklich keine Absicht".

Kommen wir nun aber zum eigentlichen Portrait eines der erfolgreichsten Nachwuchsschwimmers unseres Landesverbandes. Melvin's Geburtsstadt ist Dortmund, wo er auch seinen Wohnsitz hat und zur Schule geht. Er besucht die elfte Klasse des Gisbert-von-Romberg-Berufskollegs. Dortmund ist Melvin absolute Lieblingsstadt. Er kann sich derzeit nicht denken, woanders zu wohnen. Sein erste sportliche Station war im Alter von sechs Jahren der TUS Dortmund Wellinghoven, ein Verein, den heute nicht mehr gibt.

Melvin Herrmann

Sportlich vorbelastet ist Melvin durch seine Mutter, die ebenfalls Schwimmerin war und wie Melvin beim Coach der SG Dortmund, Dr. Volker Höltke trainiert hat. Melvins zwei weibliche Geschwister, 13 und elf Jahre alt spielen hingegen Handball, während sein jüngster Bruder (8) noch keine sportlichen Aktivitäten entwickelt hat. Melvins bevorzugte Schwimmdisziplinen sind die Schmetterlingsstrecken, wobei er die 100 Meter am liebsten schwimmt.

Direkte sportliche Vorbilder hat er nicht, er achtet mehr auf sich selbst. "Natürlich gucke ich mit an, was die Stars aus den USA und Australien machen, Vorbilder sind das aber für mich nicht", sagt Melvin. Auf seine eigenen Erfolge kann Melvin Herrmann mit Fug und Recht stolz sein. Im Nachwuchsbereich gehört er über die Schmetterlingstrecken mit zum besten, was Deutschland zu bieten hat.

Elf deutsche Jahrgangsrekorde auf Kurz- und Langbahn kann er derzeit noch sein eigen nennen. Die Anzahl der gewonnenen NRW-Jahrgangstitel kann er nicht genau nennen, dafür sind es einfach zu viele. Seit drei Jahren steht Melvin bei NRW-Meisterschaften auch in der offenen Klasse immer öfters ganz oben auf dem Siegertreppchen.

Auch die bei Deutschen Jahrgangsmeisterschaften gewonnenen Medaillen kann Melvin Herrmann kaum zählen. 2004 gewann Melvin den Jugendmehrkampf, 2006 holte er vier Jahrgangstitel, genau wie 2007. 2008 waren es deren drei. Bei dieser beständigen Erfolgsbilanz hätte in diesem Jahr fast jeder seinen Hut verwettet, dass sich das weiter fortsetzten würde und auch die Qualifikation für die JEM in Prag eigentlich nur Formsache wäre.

Aber erstmals in seiner Laufbahn mußte Melvin Herrmann in diesem Jahr Rückschläge einstecken. Er gewann zwar in Hamburg einen nationalen Jahrgangstitel, die sicher geglaubte JEM-Qualifikation verpasste er jedoch. "Das hatte einige Gründe", mehr läßt sich Melvin Herrmann zu diesem Thema auch mit einigem Abstand nicht entlocken.

Melvin Herrmann (rechts)

Inzwischen blickt Melvin Herrmann aber wieder nach vorn. Im nächsten Jahr will er die Qualifikation für die JEM nochmals in Angriff nehmen und auch die Jugend-Weltmeisterschaften hat er im Visier. Liebäugeln tut Melvin Herrmann auch mit den erstmals stattfindenden Olympischen Spielen der Jugend. Auf lange Sicht wären die Olympischen Spiele 2012 in London für den Dortmunder das ganz große Ziel. "London 2012, das wäre schon eine ganz große Nummer", meint Melvin.

Wenn er mit der Schule fertig ist, will Melvin Herrmann studieren, was genau, ist aber noch offen. In seiner Freizeit trifft sich Melvin Herrmann gerne mit Freunden, manchmal spielt er auch Fußball. Im Fernsehen schaut er sich gerne so gut wie alle Sportarten an. Gefragt nach seinen Lieblingsspeisen sagt Melvin: "Ich esse alles gern, was Mutter kocht, auch gerne etwas deftiges. Da wird nicht immer auf sportgerechte Ernährung geachtet".

Eine Freude kann man Melvin machen, wenn man ihn nach guten Leistungen lobt, ärgern tut er sich über schlechte Noten in der Schule und über verpatzte wichtige Wettkämpfe. Kennenlernen möchte er ganz gerne einmal den amerikanischen Superstar Michael Phelps. Zur Prominenz, zu denen er schon Kontakt hatte, zählt er die Bundesligakicker von Borussia Dortmund. "Die Dortmunder Spieler sind sehr offen und nahe dran an ihren Fans. Man trifft sich schon mal bei den in Dortmund stattfindenden Sportgalas und kann sich dort mit denen gut unterhalten", hat Melvin Herrmann einen guten Draht zu den Erstligakickern der Bierstadt.

Schwimmen will Melvin noch so lange wie möglich und bei seinem Potential werden wir ihn mit Sicherheit auch in Zukunft als ein Aushängeschild des Dortmunder Schwimmsports erleben können.

Peter Kuhne

Context Column