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Sportlerportrait 02/2016 – Jan Delkeskamp: Delki’s Traum: Kommt ein Vogel geflogen, ich hol ihn runter.

Fotos/Bericht: ©Peter Kuhne


Mit der Überschrift zu diesem Sportlerportrait über Jan Delkeskamp wird zunächst wohl niemand etwas anfangen können. Manch einer wird sich auch fragen, was hat denn das mit Schwimmen zu tun? Die Aufklärung erfolgt am Ende dieses Berichtes über den am 25. Oktober 1999 in Dormagen geborenen Schwimmer der SG Bayer.
Seinen Geburtstag teilt sich „Delki“, wie er überall genannt wird, mit einigen berühmten Persönlichkeiten. Ebenfalls am 25. Oktober wurden nämlich unter anderem der Maler Pablo Picasso (1881), Turnweltmeister Fabian Hambüchen (1987), die Sängerin Katy Perry (1984) und die Ex-Fußball-Nationalspielerin Birgit Prinz (1977) geboren. Auch eine ganz Große des Schwimmsports teilt sich ihren Geburtstag mit Jan Delkeskamp. Kornelia Ender, die 1958 das Licht der Welt erblickte, war bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal für die DDR startend, die erste Schwimmerin überhaupt, die bei ein und denselben Olympischen Spielen vier Goldmedaillen gewann.

 

 

 

Von solch einem Triumpf ist Jan Delkeskamp derzeit noch weit entfernt, doch er arbeitet daran, dass er einmal auf internationalem Parkett Fuß fassen kann. „Ich möchte schon einmal international schwimmen. Wo das dann ist, ist eigentlich zweitrangig. Ich mache das nicht an einer bestimmten Veranstaltung fest. Wichtig ist für mich zunächst, dass ich mich ständig weiter entwickle und eine gute Zukunft habe. Der Rest ist sozusagen Zubrot“, sagt Jan.
Seit dreizehn Jahren wohnt Jan Delkeskamp mit seinen Eltern, die in ihrer Studienzeit in Aachen ebenfalls Schwimmsport betrieben haben, in Dabringhausen, dem größten Stadtteil von Wermelskirchen, das südöstlich von Remscheid gelegen, zum Rheinisch-Bergischen Kreis gehört und ca. 35.000 Einwohner hat.
Jan hat zwei jüngere Geschwister, Schwester Pia ist Jahrgang 2003, Bruder Malte wurde 2001 geboren. Beide schwimmen wie Jan bei der SG Bayer am Standort Wuppertal. An seinem Wohnort schätzt er die ruhige Lage. „Der Ort selbst bietet nicht so viel. Die schöne Natur rundum macht das aber wett. Wir haben auch eine gute Anbindung zur Autobahn, was für mich hinsichtlich der Fahrten zum Training nach Wuppertal sehr wichtig ist. Die Autobahn ist zwar nah, aber von unserem Zuhause hört man sie nicht“, erzählt uns Jan.
In Wuppertal besucht er die Klasse 10 EF des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums, das sich direkt neben dem Schwimmleistungszentrum Küllenhahn befindet. Er verbringt in der Woche den ganzen Tag auf dem Schul-, bzw. Hallengelände, wo er auch Essen bekommt und auch Hausaufgabenbetreuung genießt.

Wegen des Frühtrainings bei der SG Bayer, steht Jan morgens um 4.20 Uhr auf und ist abends gegen 20.00 Uhr erst wieder zu Hause. „Da macht man dann außer ins Bett gehen nicht mehr viel“ so Jan. Er schwimmt seit  seinem sechsten Lebensjahr.
Früher hat er auch Tennis gespielt. Interessieren tut ihn auch Leichtathletik, hier speziell die Laufdisziplinen. Was er nicht machen würde, wäre Rugby, American Football und Handball. Als Ballsportarten schätzt Jan aber Fußball und Volleyball.
Seit dem zweiten Halbjahr 2010 ist er bei der SG Bayer in Wuppertal aktiv. Seine ersten Trainer waren dort Maybritt Sommerfeld und der jetzige Trainer bei der SG Oberhausen, Jens Janik. Anschließend wechselte er in die Trainingsgruppe von Susanne Jedamsky. Aktuell trainiert er in der Bayer-Trainingsgruppe 1 bei Michael Bryja.

 

 

 

 

Ein direktes Vorbild im Schwimmsport hat Jan nicht. „Gut finde ich Marco Koch, vor allem da er wie ich 100 und  200m Brust, sowie 400m Lagen schwimmt. Als Vorbild würde ich ihn aber  nicht bezeichnen“, sagt Jan Delkeskamp. Außer diesen Disziplinen mag Jan auch die langen Kraulstrecken ab 400m. „Ich schwimme zwar auch die 50m Brust, bin aber kein Sprintertyp. Meine Lieblingsstrecken sind ohne Frage die 200m Brust und die 400m Lagen“ erklärt uns Jan. Mehr Spaß hat er auch auf der Lang- als auf der Kurzbahn. Als seine Schwäche bezeichnet er das Rückenschwimmen, das zu verbessern er sich aber im Hinblick auf die Lagendisziplinen aber ernsthaft vorgenommen hat.
Seit der Langbahnsaison 2013 sammelt Jan Delkeskamp bei SV NRW-Meisterschaften Titel und Medaillen. Allein 18 Jahrgangstitel holte er seitdem bei Meisterschaften unseres Landesverbandes. In der offenen Klasse gewann er bislang sieben Medaillen (1 Gold, 2 Silber, 4 Bronze). Seinen ersten Titel in der  Klasse gewann er in diesem Jahr in Dortmund über 400m Lagen. Bei Deutschen Jahrgangsmeisterschaften holte Jan nach einem fünften Platz über 100m Brust im Jahr 2013 ein Jahr später  mit Silber über 200m Brust seine  erste Medaille. Über 100m Brust wurde er wie im Vorjahr wieder Fünfter. Platz fünf erreichte er auch 2015 über 400m Freistil und nach zwei Anläufen über 100m Brust gab es 2015 mit Bronze auch über diese Strecke das erste Edelmetall. „Über 200m Brust wäre ich auch Dritter geworden, wurde aber disqualifiziert“, erzählt Jan.
Seinen bisherigen Höhepunkt bei Deutschen Jahrgangsmeisterschaften erlebte er vor zwei Wochen in Berlin. Über 400m Lagen holte er den Titel. Über 100m und 200m Brust gewann er jeweils die Bronzemedaille. Mit der Mannschaft gewann Jan Delkeskamp 2012 beim Bundesfinale der DMSJ in seiner Altersklasse den Deutschen Meistertitel. Mit dem bisher Erreichten und wie ich mich bis jetzt entwickelt habe, bin ich zufrieden. Man sollte sich nicht vor jedem Wettkampf so viele Gedanken um Zeiten und Plätze machen. Für mich geht es darum im Training alles zu geben und dann zu gucken, was dabei herauskommt. Ich bin zwar  nicht immer der lockerste Typ, aber mit Druck lässt sich nichts beschleunigen. Im Sport geht es immer mal wieder hoch und runter. Das wichtigste für mich ist, immer motiviert zu sein und Spaß zu haben an dem was man macht“, lautet die Devise von Jan.
Seit 2015 gehört „Delki“ dem SV NRW-JUNIOR-TOP-TEAM an. Hiermit war er 2015 im Trainingslager im türkischen Belek. In diesem Jahr geht es nach Südafrika, worauf er sich besonders freut. „Ich finde es gut, wie die Trainingslager gestaltet werden. Klasse ist, dass man außer dem Schwimmbad auch noch etwas anderes sieht und aktiv etwas mit der Gruppe macht. Von den Maßnahmen des JTT nimmt man immer viele Erfahrungen mit“, zeigt sich Jan von diesem Erfolgsprojekt unseres Landesverbandes voll überzeugt

 

 

Jan Delkeskamp, vorne links, mit dem SV NRW-JUNIOR-TOP-TEAM im Trainingslage in Belek.

 

2018 will Jan Delkeskamp sein Abitur machen. Und damit kommen wir jetzt zur Auflösung, was die Überschrift dieses Sportlerportraits zu bedeuten hat. Jans erklärter Berufswunsch ist es nämlich Fluglotse zu werden. Schon heute beschäftigt er sich in seiner Freizeit viel mit ziviler Luftfahrt.  „Wenn ich mal ein freies Wochenende habe, fahre ich mit der Familie gerne zu einem Flughafen. Glücklich machen könnte man mich deshalb auch damit, wenn ich einmal auf einen Flughafentower gehen könnte oder wenn ich einen Tag auf dem Flughafenvorfeld verbringen könnte, also da, wo man als normaler Besucher nicht hinkommt“, gerät Jan ins Schwärmen, wenn er von seinem Berufswunsch erzählt. Da ihm bewusst, ist, dass es hier ein hartes Auswahlverfahren gibt, hat er als Plan B ein Studium im Bereich Wirtschaft ins Auge gefasst. An erster Stelle steht jedoch die Fliegerei. Da wundert es einem auch nicht, dass er, wenn er wiedergeboren würde, als Vogel auf die Welt kommen möchte. „Dann könnte ich überall hinfliegen. Meeresschildkröte wäre aber auch nicht schlecht“, schmunzelt Delki.
Bereisen würde Jan gerne einmal die Golfstaaten. Skandinavien und die USA reizen ihn als Reiseziel ebenfalls. Urlaub möchte er gerne einmal auf den Malediven machen. Lieblingsurlaubziel mit der Familie ist aber immer noch die Nordseeinsel Norderney, die mehrmals im Jahr besucht wird. Er wäre stocksauer, wenn jemand versuchen würde, ihm den Urlaub auf Norderney streichen zu wollen.

Kennenlernen würde Jan gerne einmal Bundeskanzlerin Angela Merkel „Ich bin rege politisch interessiert, schaue mir generell Nachrichten an und lese Zeitung. Mit Frau Merkel würde ich mich über viele Sachen unterhalten können. Ich stelle mir vor, dass es bestimmt lustig ist mit ihr zu reden“, so Jan Delkeskamp.
Worauf er nicht verzichten kann ist Sonne und gute Laune. „Wenn man einem anderen ein Lächeln schenkt, bekommt man ein Lächeln zurück, dann geht es einem selbst auch besser“, ist Jan überzeugt. Neben seinem Traum Fluglotse zu werden, hat er an das Leben noch den Wunsch ein schönes Einfamilienhaus zu besitzen und dass seine ganze Familie noch lange gesund und munter weiterlebt.

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