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Sportlerportrait 03/2007 — Eduard Alboni: Sport liegt der Familie im Blut

Eduard Alboni

Zwischen dem Geburtsort und dem jetzigen Wohnort von Eduard Alboni liegen mehr als 5.000 Kilometer Luftlinie. Das Licht der Welt erblickte der für das Maxi Swim-Team Hamm schwimmende Eduard Alboni nämlich am 04. Juni 1989 in Alma Ata, der Hauptstadt Kasachstans, die nahe der chinesischen Grenze liegt. Bereits im zarten Alter von sieben Monaten kam er mit seinen Eltern nach Deutschland. Die Liebe zum Schwimmsport entdeckte Eduard Alboni früh.

Bereits im Alter von sechs Jahren durchpflügt er die Wellen, die für ihn die Welt bedeuten. Hierbei spielt gewiss eine Rolle, dass er sportlich vorbelastet ist, denn seine Mutter war in Kasachstan als UDSSR-Meisterin im Rückenschwimmen keine Unbekannte. Zunächst fuhr Eduard sportlich noch zweigleisig. Neben Schwimmern betrieb er auf Betreiben seines Vaters, der Kick-Boxer war, auch Teak Wan Do.

Nach zwei Jahren hatte sich das aber erledigt, der Aufwand mit Schule und Training in zwei Sportarten war Eduard einfach zu viel und er wandte sich dann endgültig dem Schwimmen zu. Der erste Verein von Eduard war der SV Neptun Recklinghausen. Zwei Jahre später wechselte er nach Blau-Weiß Recklinghausen. 1999 zog die Familie von Recklinghausen nach Hamm und Eduard schloss sich Rote Erde Hamm an, das inzwischen Maxi-Swim-Team Hamm heißt.

Hier schwimmt auch Eduards zwei Jahre jüngere Schwester Angelika. Spezialisiert hat sich Eduard Alboni auf das Brustschwimmen, wobei er von 50 bis 200 Metern sämtliche Strecken gerne schwimmt. "Manchmal läuft es über 50m besser, dann wieder über 100 oder 200m. Woran das liegt, habe ich bis jetzt noch nicht herausgefunden", sagt Eduard Alboni. "Im letzten Jahr war ich auch krank, da liefen nur die 50 und die 100m gut", fügt er hinzu. Seine Vorliebe für die Brustdisziplinen ist auch ein Grund dafür, dass er als sein sportliches Vorbild Mark Warnecke angibt.

Seine ersten Erfolge auf NRW-Ebene datieren aus dem Jahr 2001. Hier wurde er im Jahrgang über 200m Brust Zweiter und über 100m Brust Dritter. Auf DSV-Ebene ging sein Stern 2005 auf. Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin gewann Eduard über 50m und 200m Brust jeweils die Bronzemedaille. Ein Jahr später kletterte er an gleicher Stelle und über die gleichen Strecken einen Rang höher und stand bei den DM als Silbermedaillengewinner auf dem Siegerpodest. Seine derzeitigen persönlichen Bestzeiten liegen über 50m Brust bei 29,67 Sekunden, über 100m Brust bei 1:05,24 Minuten und über die 200m Brust bei 2:21,36 Minuten.

Im Förderkader des SV NRW ist Eduard mit einer Unterbrechung 2005 seit dem Jahr 2004. Auch für den DSV war Eduard Alboni bereits im Einsatz. Im Anschluss an die Deutschen Wintermeisterschaften im November 2006 reiste mit dem Nachwuchskader des DSV in die serbische Hauptstadt Belgrad zum "Sparrow-Cup". Hier wusste Eduard durchaus zu überzeugen. Er gewann gegen starke Konkurrenz jeweils die Jahrgangswertung über 100 und 200m Brust. Außerdem glänzte er über 200m Lagen, wo er im Jahrgang 1989 Rang zwei belegte. Die Reise nach Belgrad bezeichnet Eduard Alboni als sein bisher schönstes im Schwimmsport.

Für dieses Jahr hat sich Eduard vorgenommen, sich für die Jugend-Europameisterschaften in Antwerpen zu qualifizieren. Seinen Schwerpunkt legt er hierbei auf die 50 und 100m Brust. Feste längerfristige Ziele hat er derzeit noch nicht. "Es wäre natürlich schön wenn man, angefangen von Europa- über Weltmeisterschaften bis hin zu Olympischen Spielen überall einmal dabei sein könnte. Ernste Gedanken habe ich mir darüber aber noch nicht gemacht", legt sich Eduard auf bestimmte Ziele noch nicht fest.

Das er aber schon daraufhin arbeitet kann man an seinem Trainingsaufwand ablesen. Achtmal Training die Woche, davon dreimal Frühtraining ist derzeit angesagt. Das bedeutetet einen Aufwand zwischen zwei und bei zusätzlichem Frühtraining von drei Stunden täglich. "Manchmal überziehen wir aber auch ein bisschen", schmunzelt Eduard.

Zeit für Hobbys hat er bei diesem Pensum kaum. Er sitzt gerne am PC und kommuniziert hierbei mit Freunden. Seine schulische Ausbildung absolviert Eduard Alboni am Friedrich-List-Berufskolleg in Hamm. Im Sommer dieses Jahres macht er dort seinen Realschulabschluss. Danach möchte er zur Bundeswehr, wobei er die Aufnahme in die Sportförderkompanie anstrebt. Nach seiner Bundeswehrzeit will Eduard dann sein Fachabitur machen. "Für mich ist wichtig im Leben, dass ich meine Ziele erreiche. Das gilt sowohl für den Beruf, wie auch für die sportliche Entwicklung, wo ich mich ständig verbessern will", gab uns Eduard Alboni noch mit auf dem Weg.

Im Gespräch für dieses Portrait machte Eduard einen ehrgeizigen Eindruck. Wenn er sich diesen Ehrgeiz bewahrt, wird das Maxi Swim-Team Hamm und auch der SV NRW noch viel Freude an Eduard Alboni haben.

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