Zum Jahreswechsel

von: Frank Rabe, 23.12.2021, Kategorie: Schwimmverband NRW

„Der Lauf der Dinge lehrt uns allenthalben Zuversicht.“ Ralph Waldo Emerson

Liebe Sportfreunde*innen,

zum Jahresende kommt die große Zeit der Besinnlichkeit und des Rückblickes auf die Dinge, die in den letzten Monaten geschehen sind. Ja, es war sicher für den ein oder anderen gefühlt ein verlorenes Jahr. Aber es war auch ein Jahr, in dem wir viel Positives über Mitmenschlichkeit und Engagement für Menschen in Not erfahren konnten.

Pfleger*innen, Schwestern und Ärzt*innen kämpfen seit zwei Jahren fast ununterbrochen rund um die Uhr um das Leben und die Gesundheit von Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Und dies, obwohl ihnen seitens der Gesellschaft nicht immer die Wertschätzung entgegengebracht wurde und wird, die ihnen zusteht. Auch die Opfer der Unwetterkatastrophe, die angesichts der aktuellen Coronadiskussion schon fast vergessen scheint, konnten auf zahlreiche ehrenamtlich engagierte Helfer zählen, die ihnen seit vielen Monaten ununterbrochen zur Seite stehen.

All dies lässt uns positiv auf das Jahr und unsere Gesellschaft blicken, auch wenn es schwerfällt, querdenkende Gewaltbereite, die die Pandemie als Verstärker nutzen, um ihre irren Theorien und Lügenkonstrukte zu verbreiten, völlig auszublenden.

Der Sport scheint dieser kleinen, aber lautstarken Gruppe gegenüber resistent zu sein. Vielleicht, weil Sportler es gelernt haben, gemeinsam gegen einen Gegner, und nichts anderes ist dieser Virus, anzutreten. Weil sie verstehen, dass dabei die Einhaltung von Regeln für ein faires Miteinander wichtig ist und, dass der Einzelne sich in eine Mannschaft einzufügen hat. Verein kommt von vereint. Und dies wird in unseren Vereinen gelebt und macht sie auch bei einer Pandemie stark.

Wir alle haben mit den Einschränkungen der Pandemie zu kämpfen gehabt. Lange haben wir uns dafür eingesetzt und versucht mit Hilfe der Wissenschaft aufzuzeigen, warum der Schwimmsport keine besondere Infektionsgefahr birgt. Wir haben Hygienekonzepte entwickelt und umgesetzt, digitale Angebote auf den Weg gebracht und, und darauf können wir alle ein kleines bisschen stolz sein, jede freie Minute Wasserzeit genutzt, um Kindern das Schwimmen beizubringen.

Es ist nicht zu verhehlen, dass unsere Vereine im Jahr 2020 rd. 9 % ihrer Mitglieder verloren haben. Dies war vor allem der Tatsache geschuldet, dass kaum Schwimmausbildungen stattfanden und keine neuen Mitglieder gewonnen werden konnten.

Wirtschaftlich scheint sich die Pandemie bei unseren Mitgliedsvereinen bisher nicht negativ bemerkbar zu machen. Da, wo es Engpässe gab, konnte mit den seitens des Landes unbürokratisch bereitgestellten Finanzmitteln geholfen werden.

Dieses Jahr sehen wir bei vielen Vereinen, insbesondere bei denen, die über Wasserflächen verfügen und Anfängerschwimmausbildung anbieten, wieder Zuwächse bei den Mitgliederzahlen. In diesem Satz steckt aber auch ein oder eigentlich zwei gesellschaftliche Probleme: die zunehmende Anzahl von Nichtschwimmern bei immer knapper werdender Wasserfläche, die für die Schwimmausbildung geeignet ist.

Seit 2018 diskutieren wir mit der Landespolitik aber auch den Kommunen vor Ort über die Wichtigkeit der Schwimmausbildung für unsere Kinder. Dazu bedarf es einerseits eines zuverlässigen und qualifizierten Sportunterrichtes in der Schule und andererseits einer ausreichenden Anzahl von Schwimmbädern.

Wir haben gemeinsam mit der Landesregierung umfassende Qualifizierungsmöglichkeiten für Lehrer aber auch alle anderen an der Schwimmausbildung Interessieren konzipiert, mit denen man sich zum Schwimmlehrer weiterbilden kann. Trotz Corona erfreuen sich diese Angebote großer Beliebtheit und zeigen, wie viele Menschen in unseren Vereinen und darüber hinaus ein Interesse daran haben, Kindern den Zugang zum Lebens- und Bewegungsraum Wasser zu ermöglichen. Dies zeigt auch die Anzahl an geförderten Ferienschwimmkursen in den Schwimmvereinen, die im Jahr 2021 trotz der Coronaeinschränkungen beim Bäderbetrieb ein Rekordhoch erreicht haben.

Wir können also sagen, der Schwimmsport und die Schwimmvereine haben ihre Hausaufgaben gemacht. Trotz Pandemie. Nun gilt es, die Politik von der Kommune bis zum Bund an die Bekenntnisse, die auf allen Ebenen und von allen Parteien getätigt wurden, zu erinnern und an ihren Taten zu messen.

Schwimmen ist nach Ansicht der Kultusministerkonferenz der Länder „ein unverzichtbares Erfahrungsfeld im Entwicklungsprozess eines jeden Menschen“. Diese eindeutige Positionierung, die auch im Sportausschuss des Landtags NRW von allen Parteien geteilt wird, lässt uns zuversichtlich in das Jahr 2022 schauen und wir sollten sie als klaren Auftrag für die kommenden Jahre für die Schwimmvereine sehen:

Nichtschwimmer zu Schwimmern machen – Schwimmer besser machen – Spaß im Wasser vermitteln

Und dies natürlich auch in unseren Sportarten Wasserspringen, Wasserball und Synchronschwimmen, die wir mit unter dem Begriff „Schwimmsport“ zusammenfassen.

Wir werden diesen Auftrag gemeinsam annehmen und die Landespolitik auch nach der Landtagswahl an ihre Aussagen erinnern!

Zum Abschluss geht ein herzlicher Dank geht an Euch, dass Ihr durch Euer Engagement in Euren Vereinen unseren schönen Sport auch in diesem Jahr tatkräftig gefördert habt.

Das ganze Team des Schwimmverbandes NRW wünscht Euch und Euren Familien ein glückliches Weihnachtsfest und einen guten Start in das Jahr 2022.

Claudia Heckmann
Präsidentin

Elke Struwe
Vizepräsidentin Bildung

Karl-Heinz Dinter
Vizepräsident Finanzen

Frank Rabe
Generalsekretär

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