Zahl der Dopingfälle im Jahr 2004 gestiegen (Update)

von: © 2005 sid new media, 22.03.2005, Kategorie: Sport-News

Die Nationale Antidoping-Agentur (NADA) veröffentlichte jetzt ihren Bericht für das letzte Jahr. Darin steht, dass die Zahl der überführten Dopingsünder im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist.

Doping Fälle im Jahre 2004 gestiegen

Doping Fälle im Jahre 2004 gestiegen

Letztes Jahr sind in Deutschland 72 Dopingsünder bestraft worden. Insgesamt sind 8885 Dopinguntersuchungen vorgenommen worden. Diese Zahlen gab die Nationalen Antidoping-Agentur (Nada) in ihrer Jahresbilanz für 2004 in Bonn bekannt.

Zahl der Doping-Fälle gestiegen

Die Zahl der positiven Fälle ist von 50 im Jahre 2003 auf 72 im vergangenen Jahr gestiegen. Nada-Geschäftsführer Roland Augustin gab zu Bedenken, dass ein direkter Vergleich wegen der Umstellung des Kontrollsystems schwierig sei. Der Anteil der aufgedeckten positiven Fälle lag 2004 bei 0,8 Prozent.

Im Dezember war man noch von einem Anstieg auf rund 100 Fälle ausgegangen. Augustin: "Das war sehr unglücklich." 22 Fälle fielen aufgrund therapeutischer Ausnahmegenehmigungen (z. B. Cortison) und elf nicht sanktionierte Cannabis-Verstöße (nur Belehrungen) aus der Wertung. Um einen besseren Vergleich zu 2003 zu haben, müssten auch die neun positiven Proben von Bodybuildern abgezogen werden, denn diese Sportart sei damals noch nicht erfasst gewesen.

Ein deutscher EPO-Fall aufgedeckt

Die meisten der 72 Verstöße wurden bei Anabolika (28) aufgedeckt, gefolgt von Stimulantien, Cannabinoiden und Diuretika (je 8). Je sechs Athleten wurden mit Betablockern und Cortison ertappt. Der einzigen deutschen Epo-Fall bei der Triathletin und Ironman-Siegerin Nina Kraft (Braunschweig) auf Hawaii, wurde nicht durch die NADA aufgedeckt.. Fünf deutsche Athleten wurden bestraft, weil sie Dopingkontrollen verweigerten (3) oder versäumten (2).

Insgesamt waren 8885 deutsche Athleten im Wettkampf (4468) und außerhalb (4417) kontrolliert worden, davon 4282 durch die Nada, 64 durch die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada und 835 durch internationale Verbände.

Die deutschen Analysen erfolgten in den vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) akkreditierten Labors in Köln (3946) und Kreischa bei Dresden (3872). Die Laborchefs Wilhelm Schänzer (Köln) und Klaus Müller waren sich einig: "Wir sind im Wesentlichen in der Lage alle Substanzen nachzuweisen oder unbekannte Mittel schnell zu analysieren.´

Manipulationen sind Tür und Tor geöffnet

Heftige Kritik an der Wada übte Olympia-Chefmediziner Wilfried Kindermann: "Die Wada muss endlich international eine bessere Qualität der Kontrollen gewährleisten. Es kann nicht sein, dass Landsleute in Osteuropa Trainingskontrollen durchführen." Ein Problem, das auch Augustin auf den Nägeln brennt: "Erst vergangene Woche berichteten mir Gewichtheber, dass bei Wettkämpfen im Ausland Manipulation Tür und Tor geöffnet gewesen sein."

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