SID-Kalenderblatt am 9. Juli: "Tarzan" schwimmt historischen Weltrekord (Update)

von: © 2020 AFP, 09.07.2020, Kategorie: Sport-News, Schwimmen (SID)
Nicht nur auf der Leinwand ein Star: Johnny Weissmüller

Nicht nur auf der Leinwand ein Star: Johnny Weissmüller

Sein markerschütternder Schrei machte Johnny Weissmüller als Leinwandheld Tarzan weltberühmt, einen Rekord für die Ewigkeit aber stellte er in einem Schwimmbecken im kalifornischen Alameda auf, am 9. Juli 1922: Als erster Mensch durchbricht der US-Amerikaner die Schallmauer von einer Minute über die 100 m Freistil.

Der damals 18-Jährige legte die Strecke in unfassbaren 58,6 Sekunden zurück, 1924 verbesserte er in Miami die eigene Bestmarke noch einmal auf 57,4 Sekunden - eine Marke, die zehn Jahre lang Bestand hatte. Nicht nur seine Rekorde hoben Weissmüller von seiner Konkurrenz ab, spektakulär war vor allem sein starkes Finish. Mit seinem charakteristischen Stil holte er sich so auch Olympia-Gold 1924 in Paris.

An Weissmüller gab es bei diesen Spielen an der Seine kein Vorbeikommen, mit der Staffel (4x200 m) und über die 400 m gewann Weissmüller ebenfalls Gold, mit dem US-Wasserballteam holte der Tausendsassa Bronze. Bevor es den Schwimmstar als Schauspieler nach Hollywood verschlug, wiederholte er bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam seine Erfolge über 100 m und mit der Staffel.

Dabei hatte zunächst nichts auf eine derartige Karriere hingedeutet. Weissmüller, der im heutigen Rumänien geboren wurde, kam als Kind mit seinen Eltern in die USA. Sein erster Trainer bescheinigte dem damals kränklich wirkenden 15-Jährigen noch mangelndes Talent. William Bachrach sah das wenig später anders und nahm Weissmüller unter seine Fittiche, fünf olympische Goldmedaillen sowie mehrere Weltrekorde folgten.

Nach seiner Karriere tauschte er das Schwimmbecken gegen den Dschungel und schlüpfte für mehrere Filme in die Rolle des Tarzan. Auch wenn sein typischer Urwald-Schrei bis heute so manchem im Ohr geblieben ist, in die Geschichtsbücher schwamm Weissmüller mit seinem historischen Weltrekord an jenem 9. Juli 1922.

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