Schwimmausbildung: Qualität erfordert Geduld und Zeit

von: Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung, 27.07.2021, Kategorie: Schwimmverband NRW

Der Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung (BFS) warnt vor unseriösen Anbietern in der Schwimmausbildung. BFS-Präsident Helmut Stöhr rät den Eltern bei der Auswahl des Anbieters genau hinzusehen: „Die Mitgliedsverbände des BFS sichern ihren Kindern eine qualifizierte Ausbildung ohne unnötigen Zeitdruck und mit viel Spaß und Freude am Schwimmen zu. Einzig die im BFS organisierten Verbände und die staatlichen Schulen streben das Sicher Schwimmen Können als Ziel an.“ Zudem seien außer den Ausbildern der Mitgliedsvereine des Schwimmverbandes NRW und der anderen Mitgliedsorganisationen des Deutschen Schwimmverbandes nur die Ausbilder/Prüfer der anderen BFS-Mitgliedsverbände und die in der Dt. Prüfungsordnung Schwimmen ausdrücklich aufgeführten Ausbilder und Lehrkräfte staatlicher Schulen berechtigt, die Prüfung für das Seepferdchen-Abzeichen oder die Deutschen Schwimmabzeichen Bronze, Silber und Gold abzunehmen.

Bad Nenndorf/Duisburg - Vor dem Hintergrund bundesweit steigender Wartezeiten für Anfänger- und Fortgeschrittenen- Schwimmkurse nach der Corona-Pandemie sorgt sich der BFS um die Qualität der Schwimmausbildung. „Profitorientierung und Zeitminimierung sind keine guten Ratgeber zum Nachholen pandemiebedingt ausgefallener Schwimmkurse,“ so die Präsidentin des Schwimmverbandes NRW, Claudia Heckmann. „Leider lockt die angespannte Ausbildungssituation Anbieter auf den Markt, die einen schnellen Erfolg beim Schwimmen lernen versprechen. Kinder brauchen Zeit und Geduld, um sich den Bewegungsraum Wasser mit viel Freude und Spaß für ihr ganzes Leben zu erschließen“.

Besonders dramatisch werde es, wenn bei diesen Angeboten weder die erforderliche Qualifikation für eine qualitativ hochwertige Schwimmausbildung noch die Berechtigung zur Abnahme der BFS-Schwimmabzeichen vorliegt.  Zwei Hauptprobleme sieht Claudia Heckmann „Viele Anbieter verdienen nur Geld, wenn sie in möglichst kurzer Zeit viele Kinder durch einen Kurs schleusen. Dazu kommt, dass nahezu jedermann ohne geregelte Ausbildung und Qualifikation eine private Schwimmschule eröffnen oder sich Schwimmlehrer nennen kann. Die zuständigen Behörden schreiben in den meisten Fällen keine fundierte staatliche oder verbandlich erworbene Qualifikation für dieses kommerzielle Gewerbe vor.“

Diese Anbieter belegen dann Wasserzeiten, zu denen ehrenamtlich aufgestellte Vereine nicht tätig sein können und versprechen den schnellen Erfolg beim Schwimmen lernen gegen deutlich höhere Preise. Am Ende können sich die Kinder dann zwar über Wasser halten, aber ob sie Spaß daran haben, ist oftmals anzuzweifeln. „Sichere Schwimmer sind sie dann meist leider auch nicht“, resümiert Heckmann.

Eltern sollten wissen: Nur Spaß und Freude garantieren den dauerhaften Zugang zum Wasser fürs ganze Leben. Um Eltern und Kindern eine Enttäuschung zu ersparen und vor allem mit Blick auf die Sicherheit, rät auch BFS-Präsident Helmut Stöhr zu einem Schwimmkurs bei Ausbildern aus dem Kreis der BFS-Mitgliedsverbände. Denn: Neben der beruflichen Ausbildung, die die im BDS zusammengeschlossenen Schwimmmeister und Fachangestellte für Bäderbetriebe mitbringen, werden Ausbilder/Prüfer der BFS-Mitgliedsverbände über ein verbandsinternes Aus- und Fortbildungssystem als Schwimmausbilder qualifiziert. Diese Ausbildungen unterliegen – neben den Vorgaben aus der Deutschen Prüfungsordnung Schwimmen - auch den Vorgaben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und stellen so eine hohe Qualität der Ausbildung sicher. Das Kind steht im Mittelpunkt. Finanziellen Gewinn streben die Verbände damit nicht an. Zudem sind nur Ausbilder nach dem BFS-Standard der Deutschen Prüfungsordnung berechtigt, die Prüfung zum Seepferdchen und den Deutschen Schwimmabzeichen Bronze, Silber oder Gold abzunehmen und die entsprechenden Urkunden bzw. Pässe auszustellen. „Eltern sollten darauf achten und genau hinsehen, wer was ausstellt. Nur die Deutschen Schwimmabzeichen garantieren den langjährig bewährten BFS-Standard, den wir mit der Kultusministerkonferenz abgestimmt haben“, so Stöhr.

Über den BFS:
Der Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung (BFS) ist ein Zusammenschluss von Verbänden, die in der Schwimmausbildung aktiv sind. Hervorgegangen ist der BFS aus den so  genannten  befreundeten  Verbänden,  die seit 1977/78 zusammen mit der Kultusministerkonferenz die Prüfungsbedingungen (Deutsche Prüfungsordnung)
für die Schwimmabzeichen (Seepferdchen, Deutsche Jugendschwimmabzeichen und Deutsche Schwimmabzeichen) festlegen. Präsident des BFS ist Helmut Stöhr (DLRG).
Mitgliedsverbände des BFS sind der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister (BDS), die Deutsche Lebens-Rettungs- Gesellschaft (DLRG), die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Deutsche Schwimmverband (DSV), der Deutsche Turner-Bund (DTB), sowie der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST). Der Deutsche Schwimmlehrer-Verband (DSLV) ist assoziiertes Mitglied.

 

 

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