Paul Schockemöhle wird 60 Jahre alt (Update)

von: © 2005 sid new media, 22.03.2005, Kategorie: Sport-News

Der ehemalige deutsche Elite-Reiter Paul Schockemöhle feiert heute seinen 60. Geburtstag. Nicht immer ganz unumstritten, blieb er nach seiner aktiven Karriere dem Reitsport als Unternehmer und Trainer verbunden.

Paul Schockemöhle

Paul Schockemöhle

Er kann eben nicht ohne Pferde. Selbst heute an seinem 60. Geburtstag handelt der dreimalige Europameister im Springreiten und Multi-Unternehmer, Paul Schockemöhle, Geschäfte über die edlen Vierbeiner aus.

Die besten Reiter der Welt lernten bei Schockemöhle

Auf dieses Geschäftsfeld versteht sich der Landwirtssohn aus dem niedersächsischen Mühlen einfach. Als Reiter, als Trainer und als Turnierveranstalter hat er bereits große Erfolge verbuchen können. "Ich habe sehr früh angefangen, andere Reiter zu trainieren. Das mache ich bis heute", erläutert Schockemöhle. Ludger Beerbaum, Otto Becker und Co. gingen in Mühlen in die Lehre und gehören heute zu den Besten der Welt.

Inzwischen stellt er sein Know-how den südkoreanischen Reitern zur Verfügung. "Unser gutes Abschneiden in Athen war ein erster Schritt zum Fernziel Peking 2008. Da wollen die Koreaner wirklich etwas zeigen", kündigt Schockemöhle an. In Athen stolzierte er im weißen Trainingsanzug mit dem Logo "Korea" über die Reitanlage, bei seinen Turnieren verpflichtet er Reiter auch mal an der Bar für ein Teamspringen. "Unter mangelndem Selbstbewusstsein habe ich nie gelitten", charakterisiert sich der Unternehmer ganz ohne falsche Bescheidenheit selbst.

Erst mit 23 Jahren fing Schockemöhle ernsthaft an zu reiten und folgte seinem "viel talentierteren" Bruder Alwin nach, der 1976 in Montreal Einzelgold gewann. Ab ab 1981 ritt er auf seinem Hannoveraner Wallach Deister zu drei Triumphen bei der Europameisterschaft. Seine aktive Karriere beendetet er 1989, nachdem er bei einem Sturz eine Quetschung eines Hals-Nackenwirbels erlitt und nur knapp einer Querschnittlähmung entging.

Schockemöhle verteidigt Schläge an Pferden

Auch nach dem Karriereende wurde es für ihn nicht ruhiger. Nach Medienenthüllungen über das Schlagen von jungen Pferden beim Springtraining auf seinem Hof trat Schockemöhle als Anwalt des "Barrens" auf, erntete damit aber wenig Verständnis. Nur sein Bruder, Dressur-Legende Reiner Klimke und Hans Günther Winkler hielten zu ihm.

Der ehrgeizige Unternehmer ließ diesen Tiefpunkt inzwischen hinter sich. Stattdessen ist er im Reitsport weiterhin ein gefragter Mann, immerhin gehörte er Ende Februar mit Ludger Beerbaum zur Wirtschaftsdelegation von Bundeskanzler Gerhard Schröder bei einer Reise in die Golfregion. "Unser Sport entwickelt sich positiv. Das sportliche Reiten erwacht in Arabien, Asien, Australien und Amerika ja erst", so Schockemöhle.

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