Kopp gelingt "Heimsieg" bei "Rund um Köln" (Update)

von: © 2005 sid new media, 28.03.2005, Kategorie: Sport-News

Beim deutschen Radklassiker "Rund um Köln" hat sich David Kopp vom zweitklassigen Wiesenhof-Team den Sieg geholt. Der Meckenheimer triumphierte über die 203,7km nach einem erfolgreichen Ausreißversuch.

Das Fahrerfeld bei "Rund um Köln"

Das Fahrerfeld bei "Rund um Köln"

David Kopp aus Meckenheim hat die 90. Auflage des rheinischen Rad-Klassikers "Rund um Köln" am Ostermontag gewonnen. Der Profi des zweitklassigen Wiesenhof-Teams holte auf der 203,7km langen Schleife von Leverkusen durch das Bergische Land bis nach Köln den Sieg nach einem erfolgreichen Ausreißversuch. Kopp verwies Stefan Schumacher (Nürtingen) und David Canada Garcia (Spanien) auf die Plätze zwei und drei.

"So gut war ich noch nie"

Die von vielen Experten erwartete Neuauflage des Sprint-Duells zwischen Erik Zabel und Danilo Hondo fiel damit ins Wasser. Kopp, der zwölf Kilometer vor dem Ziel ausgerissen war, feierte stattdessen den größten Erfolg seiner Karriere. "Ich bin so glücklich, dass ich das durchziehen konnte. So gut war ich noch nie. Seit ich von Telekom weg bin, habe ich mich stetig gesteigert", meinte Kopp.

Lange Gesichter gab es indes beim T-Mobile-Team, das sechs Mal in den letzten elf Jahren beim Heimspiel am Rhein triumphiert hatte und in diesem Jahr immer noch auf den ersten Saisonsieg wartet. Bester Magenta-Profi war Rolf Aldag als Achter. Bereits beim Criterium International, das Ex-Telekom-Profi Bobby Julich gewann, und dem "Grand Prix-E3" um Harelbeke mit Sieger Tom Boonen (Belgien) waren die T-Mobile-Profis am Osterwochenende leer ausgegangen. Einen derart schlechten Saisonstart hatte der Bonner Radrennstall letztmals 1994 hingelegt.

Enttäuschung bei T-Mobile

"Wir sind nicht zufrieden. Es ist ungewöhnlich, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch keinen Sieg auf dem Konto haben. Auf der anderen Seite waren unsere Leistungen aber auch nicht schlecht. Wir haben eine gute Basis", meinte T-Mobile-Teammanager Olaf Ludwig.

In den vergangenen Jahren hatte stets Zabel mit seinen Siegen für die Bonner Mannschaft das Frühjahr gerettet, doch in diesem Jahr fährt auch der 34-Jährige seiner Form hinterher. Ludwig sieht den 34-Jährigen aber nach wie vor konkurrenzfähig: "Er hat noch die Schnelligkeit und besitzt ein gutes Stehvermögen. Er hatte halt diesmal ein wenig Pech mit Verletzungen und Krankheiten."

Auch am Ostersamstag musste sich Zabel auf der ersten Etappe beim Criterium International als Zweiter hinter Isaac Galvez (Spanien) wieder geschlagen geben. Einen Tag später machte schließlich Julich mit seinem Erfolg im Zeitfahren den Gesamtsieg perfekt. Im Endklassement belegten Thomas Dekker (Niederlande) und der Ansbacher Jörg Jaksche die Plätze zwei und drei.

Kopp, Kannemeyer und Vasseur gelingt Flucht

Zabel war am Ostersonntag gar nicht mehr angetreten, um sich für Köln zu schonen. Allerdings ohne Erfolg: Von Beginn an bestimmten die anderen Teams das Geschehen. Erst bildete sich um Gerolsteiner-Profi Rene Haselbacher (Österreich) eine dreiköpfige Ausreißergruppe, die sich im Laufe des Rennens auf 20 Fahrer vergrößerte. Schließlich konnten sich rund 40km vor dem Ziel David Kopp (Team Wiesenhof), der Südafrikaner Tiaan Kannemeyer und der Franzose Cedric Vasseur absetzen. Zum Schluss hatte Kopp das beste Stehvermögen.

Kein Sieg für T-Mobile, und um Kapitän Jan Ullrich gab es auch noch Verwirrung über eine mögliche Teilnahme beim Radrennen "Rund um den Henninger Turm". Während sich Ullrich alle Optionen offenhalten will ("Noch gar nichts entschieden"), erteilte T-Mobile-Teammanager Olaf Ludwig einem Start des Toursiegers von 1997 in Frankfurt eine klare Absage. "Er wird nicht starten. Unsere Planungen sehen ein Team um Erik Zabel vor", sagte der frühere Weltklassesprinter.

Damit würde sich Ullrich vor der Tour de France (2. bis 24. Juli) den deutschen Radsport-Fans nicht mehr zeigen, denn die Deutschland-Tour (15. bis 23. August) findet in diesem Jahr erstmals nach der Frankreich-Rundfahrt statt. Fest eingeplant ist aber ein Start von Ullrich bei der Sarthe- (5. bis 8. April) und anschließend bei der Aragon-Rundfahrt (13. bis 17. April).

Armstrong rollt sich locker ein

Ullrich-Rivale Lance Armstrong ließ es unterdessen bei seinem zweiten Renneinsatz in diesem Jahr gemächlich angehen. Beim 41. "Pfeil von Brabant" in Belgien kam der Texaner mit 3:43 Minuten hinter Sieger Oscar Freire als 43. ins Ziel. Bei Paris-Nizza war Armstrong noch Anfang des Monats ausgestiegen. Am kommenden Wochenende will er bei der Flandern-Rundfahrt

Context Column