DTTB steht nach EM-Pleite vor personellem Umbruch (Update)

von: © 2005 sid new media, 29.03.2005, Kategorie: Sport-News

Nach der Viertelfinal-Schlappe der deutschen Tischtennis-Herren bei der EM in Aarhus wächst die Kritik an der Personalpolitik des Verbandes. "Oldie" Jörg Roßkopf dürfte sich dabei kaum über Wasser halten können.

Tischtennis-Bundestrainer Dirk Schimmelpfennig

Tischtennis-Bundestrainer Dirk Schimmelpfennig

Riesenenttäuschung im deutschen Tischtennis-Lager: Nachdem die DTTB-Herren bei der EM in Aarhus im Viertelfinale überraschend die Segel streichen mussten, herrscht hektische Betriebsamkeit innerhalb des Verbandes. Nach dem 1:3 gegen Rumänien kehrt der selbst ernannte Titelkandidat als erste deutsche Herren-Mannschaft seit 1998 ohne Medaille von einer EM zurück. Personelle Umstellungen scheinen nun unumgänglich.

Ein Jahr vor der Mannschafts-WM in Bremen tickt die Uhr vor allem gegen Jörg Roßkopf und den EM-Zweiten Torben Wosik. "Wir haben es mit einer Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern probiert. Gegen Rumänien standen Timo und die beiden Routiniers in der Box und haben es nicht geschafft. Wir können die Augen nicht davor verschließen, dass wir mit der Mannschaft, die sich noch bei der WM in Doha bewährt hat, unser EM-Ziel nicht erreicht haben", meinte Chefbundestrainer Dirk Schimmelpfennig vor den Platzierungsspielen am Dienstag.

"Bittere Stunde"

Nach der "bitteren Stunde" (DTTB-Ehrenpräsident Hans Wilhelm Gäb) wollte Schimmelpfennig ("Daran werden wir länger knabbern") die Ära Roßkopf im Nationalteam allerdings noch nicht endgültig für beendet erklären: "Man muss aber bestimmt die Frage stellen, ob die Älteren sich noch entwickeln und der Mannschaft weiterhelfen können. Eine solche Analyse werden wir aber erst nach der EM und der Einzel-WM im Mai in Schanghai vornehmen."

Roßkopf sieht seine sehnsüchtige Jagd nach dem ersten Mannschafts-Gold mit Deutschland jedenfalls noch nicht beendet. "In zwei Jahren ist wieder eine EM", sagte der Rekordnationalspieler. Sein einstiger Mentor Gäb jedenfalls wünscht dem früheren Welt- und Europameister "einen anderen Abschied aus der Nationalmannschaft".

Süß und Steger nur im Einzel dabei

Wegen der umstrittenen Nominierungen für Aarhus, wo jüngere und vielleicht auch stärkere Spieler wie Christian Süß oder Bastian Steger erst in den Einzel-Wettbewerben eingreifen, und Schanghai (30. April bis 6. Mai) stellten Fans in einschlägigen Internet-Foren Minuten nach dem Aus schon die Trainer-Frage. Doch obwohl Herren-Coach Richard Prause anmahnte, dass "jeder Fehler bei sich suchen muss", wies Schimmelpfennig Forderungen nach personellen Konsequenzen zurück.

"Inhaltlich stelle ich mich der Kritik und halte auch den Kopf für den Trainer-Stab hin. Aber jeder sollte die Gelegenheit haben, die Lehren aus Misserfolgen zu ziehen. Seit ich 1996 mein Amt übernommen habe, ist uns das nach jeder Enttäuschung immer gelungen", erklärte der Kölner.

Aus Niederlage Lehren ziehen

Auf dieses tatsächlich bewährte Verfahren vertraut Schimmelpfennig auch im Hinblick auf Bremen: "Wenn wir nicht nur personell sondern auch inhaltlich-konzeptionell die notwendigen Schlüsse ziehen, kann die bittere Niederlage gegen Rumänien für die WM noch sehr wertvoll werden."

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