DTTB-Herren träumen vom ersten EM-Gold (Update)

von: © 2005 sid new media, 27.03.2005, Kategorie: Sport-News

Ab heute geht das Team des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) bei der Tischtennis-EM in Aarhus auf Medaillenjagd. Dabei peilt die Herren-Mannschaft das erste Gold in der 47-jährigen EM-Geschichte an.

Bei der EM auf Medaillenjagd: Timo Boll

Bei der EM auf Medaillenjagd: Timo Boll

Mit einem großen Ziel startet die deutsche Tischtennis-Elite heute in die EM in Aarhus. Timo Boll und Co. sollen das deutsche Tischtennis mit dem ersten Gold für die Herren-Mannschaft in der 47-jährigen EM-Geschichte wieder in die Positiv-Schlagzeilen führen. "Um Werbung für unseren Sport zu machen, ist Erfolg sicherlich das beste Mittel", sagt Chefbundestrainer Dirk Schimmelpfennig vor der Abreise nach Dänemark mit Blick auf die anhaltenden Führungsquerelen im Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB): "Wir wollen mit den Herren auf Titel- und mit den Damen auf Medaillenjagd gehen."

Auch für Timo Boll persönlich wäre das erste Mannschafts-Gold die Erfüllung eines Traumes. "Europameister im Einzel und Doppel war ich schon, aber dieser große Titel fehlt mir noch. Unsere Mannschaft hat das verdient, deswegen konzentrieren wir uns voll darauf", sagt der Weltranglistenvierte vor dem leichten Auftaktspiel gegen England entschlossen.

Schimmelpfennig erhofft sich vom ersehnten Erfolg der Operation Gold ein Signal: "Wir wollen China bei der WM 2006 in Bremen nicht nur als Gastgeber und Vize-Weltmeister, sondern eben auch als Europameister herausfordern."

Bundestrainer verzichtet auf Understatement

Von Understatement hält der Kölner trotz starker Rivalen wie Österreich, Titelverteidiger Weißrussland und Schweden nichts. "2003 wäre es wohl leichter gewesen. Aber es würde doch nichts bringen, mit unserer Mannschaft nach zuletzt drei Niederlagen hintereinander in EM-Endspielen nur eine Medaille holen zu wollen", sagt Schimmelpfennig.

Gleiches gilt für den topgesetzten Boll auch im Einzel und mit Abstrichen im neuen Erfolgs-Doppel mit Christian Süß (Düsseldorf). "Ich habe gut trainiert, Spritzigkeit und Frische aufgebaut und keine Müdigkeit verspürt. Ich kann auf eine gute EM für mich hoffen", meint der 24-Jährige.

Dass erst die WM in gut einem Monat in Schanghai sein erklärter Saisonhöhepunkt ist, hindert den 24-Jährigen nicht daran, von einer Wiederholung seines EM-Sieges von 2002 zu träumen: "Es wird 100 Prozent Boll geben. Wenn ich gut drauf bin, traue ich mir alles zu, dann muss ich wirklich niemanden fürchten."

DTTB-Damen heute gegen Polen

Etwas niedriger sind die Ziele für die 2003 ohne Medaillen gebliebenen DTTB-Damen. "Wir sind nicht Favorit, haben aber Chancen", erklärt Bundestrainer Tobias Beck vorsichtig optimistisch. Für die Mannschaft, in der Rekordmeisterin Nicole Struse (Kroppach) wegen der Folgen einer Viruserkrankung nicht zum Einsatz kommt, ist Polen die erste Hürde.

Knifflig könnte es im Einzel werden. Rekordnationalspieler Jörg Roßkopf (Gönnern) muss erstmals seit 1984 zuschauen. Struse, die ungeachtet ihrer gesundheitlichen Probleme im Einzel starten will, muss sich anders als bereits für die WM nominierte Teamkolleginnen idealerweise mit einer Medaille erst noch für Schanghai empfehlen.

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