DHB-Herren spielen auch gegen Tunesien remis (Update)

von: © 2005 sid new media, 26.03.2005, Kategorie: Sport-News

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat beim Vier-Länder-Turnier in Paris-Bercy ein 30:30-Unentschieden gegen Tunesien erkämpft. Ein Sieg gegen Frankreich am Sonntag würde den Turniersieg bedeuten.

Bundestrainer Heiner Brand

Bundestrainer Heiner Brand

Deutschlands Handballer haben die Chance auf den Turniersieg bei der "Mini-WM" in Paris-Bercy gewahrt. Der neu formierte Europameister erreichte am zweiten Spieltag gegen den WM-Vierten Tunesien ein 30:30 (14:14) und könnte bei einem Erfolg am Sonntag zum Abschluss gegen Gastgeber und Ex-Weltmeister Frankreich (16.15 Uhr) sogar noch den Siegerpokal mit nach Hause nehmen.

Einen Tag nach dem famos erkämpften Unentschieden (32:32) gegen den Olympia-Dritten Russland sorgten insbesonders Geburtstagskind Pascal Hens, Torsten Jansen (beide Hamburg) und Rückkehrer Christian Rose (Essen) mit jeweils fünf Toren als beste Werfer für den Teilerfolg der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) beim hochkarätig besetzten Vier-Länder-Turnier. Die Franzosen, die am Freitag Tunesien besiegt hatten (25:20), feierten beim 32:26 (15:12) gegen Russland am Samstagabend den zweiten Turniererfolg.

Kampfgeist wird belohnt

Vor 12.900 Zuschauern im Palais Omnisports zeigte die ersatzgschwächte deutsche Mannschaft, die neben neun Absagen von Leistungsträgern auch die kurzfristigen Ausfälle des Esseners Oleg Velyky (Oberschenkelzerrung) und des Kielers Sebastian Preiß (Bänderverletzung im Fuß) verkraften musste, erneut eine vorbildliche kämpferische Leistung und große Moral. "Ich bin stolz auf mein Team und kann ihm nur meine Hochachtung aussprechen", lobte der tief beeindruckte Bundestrainer Heiner Brand.

Gegen die vom ehemaligen Bundesliga-Coach Sead Hasanefendic trainierten Nordafrikaner lag der Olympia-Zweite nach 20 Minuten mit 8:13 zurück und bekam insbesonders den WM-Torschützenkönig Wissem Hmam (13/3) nicht in den Griff. Erst der in der 20. Minute für den entnervten Kieler Keeper Henning Fritz eingewechselte Magdeburger Johannes Bitter verlieh der deutschen Abwehr mehr Stabilität.

Schöne dreht nach der Pause auf

Nach dem Wechsel war es vor allen Dingen der Magdeburger Außenspieler Christian Schöne, der mit vier Treffern maßgeblich für das zwischenzeitliche 23:20 (50.) verantwortlich zeichnete. Doch Weltklassespieler Hmam ließ sich auch nicht durch die Sonderbewachung von Christoph Theuerkauf (Magdeburg) stoppen und warf Tunesien erneut in Führung. Den Punktgewinn für das junge Brand-Team sicherte Rose, der erst am Dienstag für den verletzten Holger Glandorf (Nordhorn) nachnominiert worden war, 45 Sekunden vor Schluss. Theuerkauf vergab in den Schlusssekunden bei einem verunglückten Tempogegenstoß sogar noch die Chance auf den Sieg.

Brand macht in Paris aus der fast schon obligatorischen Personalnot eine Tugend und testet junge Spieler, die zuletzt in der Bundesliga für Aufsehen gesorgt hatten. "Wir befinden uns wie schon bei der WM weiter in einem Findungsprozess, aber als Testsituation für die jungen Leute ist dieses Durcheinander sehr gut", meinte Brand.

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