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COVID 19 - Wissenschaft zum Schwimmen in Hallenbädern

Der Schwimmverband NRW hat die aktuelle Situation genutzt, um die Besonderheiten des Elementes und der Sportstäte, in der wir unseren Sport ausüben, unter Pandemiegesichtspunkten zu untersuchen.

Mit anhängender Zusammenfassung, die wir der Landesregierung zur Verfügung gestellt haben, werden die aktuell verfügbaren Studien und Stellungnahmen aus der Wissenschaft zur Wirkung der hohen Luftfeuchtigkeit in Schwimmhallen auf Aerosole und des gechlorten Wassers auf das Virus ausgewertet.
Hierfür haben wir uns der Hilfe von Prof. Dr. Walter Popp (Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene) und von Prof. Dr. Joachim Klode (Uniklinik Essen) bedient.

Die zitierten Quellen sind, soweit im Internet zugänglich, verlinkt.

Verkürzt stellt sich der aktuelle Wissensstand wie folgt dar:

  • Die Wasseraufbereitung in Deutschen Bädern unterliegt auch außerhalb der besonderen Bedingungen der Pandemie den Vorgaben des IfSG, die eine hygienisch einwandfreie Wasserbeschaffenheit gewährleisten
  • Durch den Zusatz selbst geringen Mengen Chlors (0,5mg/l), die unterhalb des Grenzwertes von 0.6mg/l für den normalen Badbetrieb liegen, wird das Virus sicher deaktiviert.
  • Eine Feuchtigkeit der Raumluft von 40-60 % vermindert die Gefahr, das Virus einzuatmen.
  • Die in Bädern vorherrschenden klimatischen Bedingungen bieten dem Virus die schlechtesten möglichen Überlebensbedingungen.
  • Die hohe Luftfeuchtigkeit ist gut für die Schleimhäute, die damit nicht, wie gerade im Winter, austrocknen können. Aufgrund dessen wird also die Abwehrfähigkeit der Schleimhäute im Nasen- und Rachenbereich aufrechterhalten und auch dieses dient der Primärprävention.
  • Im Rahmen eines strukturierten Trainings- und Ausbildungsbetriebes, der durch allgemeine Hygiene- und Abstandsregeln das Ansteckungsrisiko bei der An- und Abreise minimiert, besteht kein Risiko, welches vom allgemeinen Ansteckungsrisiko in der Öffentlichkeit abweicht. Im Gegenteil, durch das tägliche Desinfizieren des Nasen- Mund- Rachenraums mit Chlorwasser könnten die Schwimmer sogar einen echten Schutz vor einer Covid-19 Infektion haben.

Neben dem klassischen Vereinsbetrieb macht uns vor allem der Ausfall der Schwimmausbildung große Sorgen. Jedes Jahr bringen die Vereine des Schwimmverbandes NRW rd. 24.000 Kindern das Schwimmen bei. In diesem Jahr gingen wir schon im Sommer davon aus, dass dieses Jahr rund 80 % dieser Ausbildungen weggefallen sind. Und dies wird im kommenden Jahr nicht aufgeholt werden können, da die Auslastung der Vereine im Normalbetrieb schon bei 100% liegt.

Wir sind davon überzeugt, dass nach aktuellem Wissenstand von einem strukturierten Ausbildungs- und Trainingsbetrieb unserer Vereine keine Ansteckungsgefahr ausgeht.

Unter Berücksichtigung der dargestellten Erkenntnisse appellieren wir eindringlich an die Landesregierung, Schwimmsport unter den bis Ende Oktober geltenden Rahmenbedingungen ab Dezember wieder zuzulassen und die Bäder wieder zu öffnen.

Wie wir aktuell erlebt haben, werden die Corona-Regeln auch in einem Bundesland regional durchaus unterschiedlich angewendet. Deshalb richtet sich unser Appell nicht nur an die von uns bereits eingebundenen Verantwortungsträger der Staatskanzlei und des Gesundheitsministeriums.

Wir hoffen, dass diese Zusammenfassung auch dabei hilft, mit den politischen Verantwortungsträgern vor Ort in einen Diskussionsprozess einzusteigen, der im Ergebnis dazu führt, dass wir unseren Sport bald wieder ausüben können.

Sie ist dabei nicht als Freibrief zu verstehen, sondern als Argumentatonshilfe, die aufzeigt, wie gering die Infektionrisiken beim Schwimmen nach aktuellem Wissensstand sind, wenn wir die bekannten Hygiene- und Abstandsregeln einhalten

Bleibt zuversichtlich und bis demnächst am Beckenrand

 

Claudia Heckmann                   Elke Struwe
Präsidentin                                Vizepräsidentin Bildung

Karl-Heinz Dinter                      Frank Rabe
Vizepräsident Finanzen           Generalsekretär

 

>>zur Zusammenfassung

Aktualisierte Empfehlungen für den Wiedereinstieg (16.10.20)

Mit der aktuellen CoronaSchVO hat der SV NRW auch seinen Leitfaden überarbeitet.

Die ab dem 14.10.20 geltende CoronaSchVO beinhaltet keine grundlegenden Änderungen in Bezug auf
den Schwimmsport. Aufgehoben wurde die Gruppenbeschränkung auf 30 Personen für den nichtkontaktfreien Sport, was jedoch keine unmittelbaren Auswirkungen hat.

Neu geregelt wurden Zuschauerzahlen und regionale Anpassungen bei Überschreitungen der Inzidenzwerte von 35 bzw. 50.

Ergänzt wurde der Leitfaden um einige kurze Anmerkungen zum Datenschutz bei der
Kontaktdatenerhebung. Hier gab es wohl in einigen Vereinen Irritationen.

Aktualisierte Empfehlungen für den Vereins- und Wettkampfbetrieb (31.08.20)

Die ab dem 31.08.2020 geltende CoronaSchVO beinhaltet keine Änderungen in Bezug auf den Sport,
so dass unser Leitfaden gänzlich unverändert bleibt. Um Irritationen zu vermeiden, wurde lediglich
die geltende CoronaSchVO aktualisiert.

Für die unseren Vereinen aktuell für die Bäder- bzw. Sportstättenplanung kostenfrei zur Verfügung
stehende Software kurs:buddy haben wir die Informationen um eine kleine Anleitung ergänzt. Bei
weiterführenden Fragen reicht eine kurze Mail an kontakt@kursbuddy.de .

Das in unserer letzten Fassung erwähnte, seitens des DSV eingebrachte Hygienekonzept Wasserball
wurde mittlerweile derart konkretisiert, dass es nur für die Durchführung aller Deutschen (Pokal-
)Meisterschaften in der Sportart Wasserball gilt.

Aktualisierte Empfehlungen für den Vereins- und Wettkampfbetrieb (12.08.20)

Mit der Aktualisierung der CoronaSchVO zum 12.08.20 hat der Schwimmverband NRW auch seine Handlungsempfehlungen angepasst. Angepasst wurden auch die im Leitfaden aufgegangenen  Handlungshilfen für den Wettkampfbetrieb.

Mit der neuen CoronaSchVO hat es für den Sport keine grösseren Änderungen gegeben. Lediglich die Pflicht der Kontaktdatenerhebung, die für den Sport durchgehend bestand, ist nun auch für den allgemeinen Badebetrieb durch die Badbetreiber wieder verpflichtend vorzunehmen.

Für die Mitteilung von Ideen und Anregungen zur Umsetzung und Ergänzung des Leitfadens sind wir auch weiterhin dankbar.

Empfehlungen Vereins- und Wettkampfbetrieb (15.07.20)

Mit der Aktualisierung der CoronaSchVO zum 15.07.20 hat der Schwimmverband NRW auch seine Handlungsempfehlungen angepasst. Ergänzend aufgenommen wurden auch Rahmenrichtlinien für den Wettkampfbetrieb.

Mit der neuen CoronaSchVO und diesen Empfehlungen ist grundsätzlich der Vereins- und Wettkampfbetrieb wieder vollumfänglich möglich. Dies gilt durch die Erhöhung der Aktivenzahl auf 30 auch für den Wasserball und die Anfängerschwimmausbildung.

Für die Mitteilung von Ideen und Anregungen zur Umsetzung und Ergänzung des Leitfadens sind wir auch weiterhin dankbar.

Empfehlungen für den Wettkampfbetrieb

Um einen Handlungsrahmen für die grundlegenden Planungen der kommenden Wettkampfsaison vorzugeben, hat der Schwimmverband NRW einen Leitfaden für die Wiederaufnahme des Wettkampfbetriebes erstellt.

Dieser Leitfaden bezieht sich auf die aktuellen Vorgaben der CoronaSchVO und zeigt auf, auf welche Bereiche bei der Planung besonderes Augenmerk gelegt werden soll. Dies gilt auch für Vereine, die eigene Wettkampfveranstaltungen organisieren wollen.

Die Empfehlungen sind als erster Aufschlag zu verstehen, der frühzeitige Planungen unterstützen soll. Änderungen der Vorgaben, insbesondere bei Zuschauer- und Aktivenzahlen, werden wir einarbeiten und in jeweils aktualisierten Versionen veröffentlichen.

Für die Mitteilung von Ideen und Anregungen zur Umsetzung sind wir dankbar.

10 Leitplanken als kostenfreier Download

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) stellt die 10 Leitplanken für den Vereinssport nach Lockerung der Kontaktbeschränkungen kostenfrei als Download zur Verfügung. Ihr habt die Auswahl zwischen einem Hoch- und einem Querformat.

Außerdem könnt ihr die Plakate auch kostenpflichtig als Druck bestellen.

Hier geht es zu den Plakaten.

Wiederaufnahme des Sportbetriebs

Der Deutsche Olympische Sportbund und der Landessportbund NRW haben Empfehlungen und Checklisten für die Wiederaufnahme des Sportbetriebs veröffentlicht. Außerdem gibt es Empfehlungen von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen und dem Deutschen Schwimm-Verband.

  1. Landessportbund NRW: Wiederaufnahme des Vereinssports in NRW

  2. Die 10 Leitplanken des DOSB
  3. Sportartspezifische Übergangsregelungen der Spitzenverbände
  4. Leitfaden des Deutschen Schwimm-Verbandes (Stand 12.05.2020)
  5. Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (u.a. Pandemieplan)
  6. Neu: Empfehlungen für die Wiederaufnahme des Vereinsbetriebs (Schwimmverband NRW, Stand 18.06.2020)
  7. Aktuell gültige CoronaSchutzVerordnung (Stand 19.06.2020)

Der Deutsche Schwimm-Verband nimmt ggfs. Änderungen an seinem Leitfaden vor. Außerdem wird es seitens des Schwimmverbandes Nordrhein-Westfalen Ergänzungen geben.

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