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Sportlerportrait 01/2009 Britta Koiky: Deutscher Meistertitel als vorgezogenes Geburtstagsgeschenk

Britta Koiky

Es gibt Geburtstagsgeschenke über die man sich besonders freut und es gibt auch welche, die einem gar nicht gefallen. Dann gibt es aber auch Geburtstagsgeschenke, die man sich selbst macht. Ein tolles Geschenk, dass sich eine Schwimmerin zum Geburtstag selbst machen kann, ist zweifelsfrei der Gewinn einer Deutschen Meisterschaft. Ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk dieser Art machte sich am dritten Adventssonntag 2008 Britta Koiky von der SG Ruhr.

Drei Tage vor ihrem 16. Geburtstag, den sie am 17.12.2008 feierte, wurde Britta in Elmshorn Deutsche Meisterin in der offenen Klasse im Poolschwimmen über 5000 Meter. Sie gewann in einem wahnsinnig spannenden Rennen in 59:59,78 Minuten mit einem hauchdünnen Vorsprung von weniger als einer Sekunde vor der Elmshorner Lokalmatadorin Natalie Charlos. In die Analen des Deutschen Schwimm-Verbandes wird der Sieg von Britta Koiky mit Sicherheit eingehen, denn es handelte sich bei diesen Titelkämpfen um die Premiere der erstmals ausgetragenen Deutschen Pool-Meisterschaften.

Britta Koiky

Der Sieg der Bochumerin kam dabei für sie selbst mehr als überraschend. "Ich bin diese Strecke zum ersten Mal in einem Wettkampf geschwommen. Das ich gewonnen habe, war eine große Überraschung. Ich denke mal, ich werde das jetzt noch öfters machen", sagt Britta.

Die Schülerin des Bochumer Gymnasiums am Ostring, wo sie die elfte Klasse besucht, sieht den Schwimmsport nicht unbedingt als Lebensinhalt, sondern mehr als Hobby an. "Für mich ist der Spaß am Schwimmen das wichtigste", bringt Britta ihre Leidenschaft auf den Punkt. Wann sie damit begonnen hat, weiß sie nicht so genau. "Meine Eltern haben mich, als ich noch klein war zu einem Schwimmkurs geschickt. Da mir das viel Spaß gemacht hat, bin ich dabei geblieben und irgendwann wurde Leistungssport daraus", erinnert sich Britta nur schwach an die Anfänge.

Parallel zum Schwimmen spielte Britta Koiky bei Telstar Bochum auch aktiv Volleyball. Zum Volleyball hingeführt hat Britta ihre älteste Schwester, die ebenfalls in dieser Sportart, wie übrigens auch ihr Vater während seiner Studienzeit, aktiv war. Weil es zeitlich nicht mehr zusammenpasste, gab Britta zu Gunsten des Schwimmens das Volleyballspielen schweren Herzens auf.

Dafür hat sie inzwischen ihr Herz für das Klettern entdeckt. Wann immer es ihre Zeit erlaubt, klettert sie in der Halle die Wände herauf. "Wenn ich älter bin, werde ich vielleicht auch im Gebirge klettern. Im Moment schwimme ich aber noch zu viel, um das Klettern zu intensivieren", verrät uns Britta.

Eine weitere Schwester, die 20-jährige Andrea war bis vor einem Jahr ebenfalls Schwimmerin bei der SG Ruhr und ist dort jetzt als Trainerin tätig. Brittas erster Verein war Blau-Weiß Bochum. Nachdem sich dort ihre Schwimmgruppe aufgelöst hatte, wechselte sie zur SG Welper, einem der Trägervereine der SG Ruhr. Dort fühlt sie sich rundum wohl. "Ich bin bei der SG Ruhr mit meiner Trainingsgruppe aufgewachsen. Mit meinen Trainern, die mich schon eine Ewigkeit kennen, verstehe ich mich gut. Ich fühle mich in meinem Verein gut aufgehoben und gehe immer gerne dort hin", schwärmt Britta von ihrem Klub. Einen Vereinswechsel hat sie nie in Erwägung gezogen und daran wird sich mit Bestimmtheit auch nichts ändern.

Britta Koiky

Wie sehr sie sich bei der SG Ruhr wohl fühlt, zeigt die Tatsache, dass sie DMS-Wettkämpfe neben ihrem Titelgewinn über 5 Kilometer zu ihren schönsten Erlebnissen im Schwimmsport zählt. "Die DMS sind für uns bei der SG Ruhr immer wieder ein tolles Erlebnis, weil da der Mannschaftsgedanke im Vordergrund steht", sagt Britta. Ein sportliches Vorbild hat die Bochumerin übrigens nicht. "Klar, man schaut ab und an mal zu den Leuten herauf, und guckt, was die so bei Olympia machen, aber ein direktes Vorbild ist für mich nicht darunter", erzählt Britta.

Ihre Lieblingsdisziplinen sind die langen Kraulstrecken. "Je länger, desto besser", lautet Brittas Credo. Das gilt auch für ihr zweites Standbein, das Schmetterlingschwimmen. Auch hier kann es ihr nicht lang genug sein. Über 200m Schmetterling holte sich Britta im Herbst 2008 bei den NRW Kurzbahnmeisterschaften ihren ersten Landestitel in der offenen Klasse. "Dieser Sieg kam für mich sehr überraschend, denn ich bin eigentlich nicht so die Kurzbahnathletin. Auf der Langbahn fühle ich mich wohler", sagt Britta Koiky. NRW-Jahrgangstitel hat Britta schon einige gesammelt.

Wann sie ihre erste Medaille bei NRW-Meisterschaften geholt hat, vermag sie nicht genau zu sagen. "Auf jeden Fall war es Bronze über 800m Freistil", erinnert sich Britta. Gut erinnern kann sie sich hingegen auf ihre Erfolge auf DSV-Ebene. 2008 wurde sie bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin Zweite über 1500m Freistil. Über 200m Schmetterling schwamm sie als Vierte nur ganz knapp an einer Medaille vorbei. Ihre sehr guten Leistungen des Jahres 2008 dokumentiert ihr vierter Platz bei der Wertung Jugendschwimmerin des Jahres 2008 im SV NRW. Zu Rang zwei fehlten Britta nur zwei Punkte.

Konkrete sportliche Ziele für die Zukunft hat Britta derzeit noch nicht. "Ich schwimme so lange es mir noch Spaß macht und so lange werde ich auch auf Wettkämpfe gehen. Wenn das Abi ansteht, muss ich mich aber wohl mehr auf die Schule konzentrieren. Ich kann daher noch nicht sagen, wie es auf Dauer mit dem Schwimmen weitergeht", sagt Britta. Nach ihrem Erfolg über die 5 Kilometer im Pool betrachtet Britta Koiky diese Disziplin in nächster Zeit aber als ein wichtiges sportliches Standbein. Nach einigen Erfahrungen im Freiwasser kann sich Britta aber auch hier eine Zukunft vorstellen, wenn die sie sich zur Zeit aber noch in der Halle wohler fühlt als im rauen Freiwasser.

Beruflich möchte sie gerne studieren, wobei sie hier die Richtung Medizin ins Auge gefasst hat. Bei ihren Mitmenschen legt Britta, die neben ihrem Hobby Klettern noch gerne Freunde trifft und Lasagne als ihre Lieblingsspeise nennt, Wert auf Kreativität, Offenheit, Ehrlichkeit, Humor und Toleranz gegenüber anderen um total verschlossene und neidische Personen, die zudem auch noch gerne die Gerüchteküche schüren, macht Britta hingegen einen großen Bogen. Diesen Bogen kann Britta Koiky in erster Linie wohl steil nach oben schlagen und vielleicht eines Tages als Gipfelstürmerin eines Viertausenders auf Freund und Feind herabblicken.

Peter Kuhne

Sportler von A-Z

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