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Sportlerportrait 01/2013 – Jacqueline Daszkiewicz

Jacqueline Daszkiewicz

Für die Dortmunder Schwimmerin ist ein Tag, an dem man nicht lacht, ein verlorener Tag.

Die Auswertung der Protokolle von den nationalen und internationalen Meisterschaften des vergangenen Jahres, die in die Wertung für die Jugendschwimmerin des Jahres 2012 im SV NRW einflossen, brachte das Ergebnis, dass zwei Schwimmerinnen mit der gleichen Anzahl von 167 Punkten  gemeinsam den dritten Platz belegen. Da ist zum einen Janine Wirz von der Telekom Post SG Köln und zum anderen Jacqueline Daszkiewicz von der SG Dortmund.  Für uns ein Grund beide Schwimmerinnen in unsere Portraitreihe aufzunehmen. Beginnen wollen wir mit der Dortmunderin Jacqueline Daszkiewicz. 

Das Gespräch für unser Portrait führten wir in entspannter und lockerer Atmosphäre in Jacquelines „Wohnzimmer“, dem Dortmunder Südbad.  Getreu ihrem Lebensmotto: „Ein Tag, an dem man nicht lacht, ist ein verlorener Tag“, wurden ihre Antworten auf meine Fragen meist von einem wohltuenden und ansteckenden Lachen begleitet. Jacqueline Daszkiewicz, am 26. Juni 1997 in Lünen geboren, hat die Gabe gute Laune zu verbreiten. Sie wohnt heute im nordöstlich von Dortmund gelegenen Bergkamen. In der rund 50.000 Einwohner zählenden Stadt, die erst 1966 durch den Zusammenschluss von sechs Gemeinden entstand,  besucht sie die zehnte Klasse der Freiherr-vom-Stein-Realschule. Dort, wie auch im Verein und ihrem Bekanntenkreis wird sie Jacqui genannt. In Bergkamen fühlt sie sich derzeit noch sehr wohl. „Ich kann mir aber vorstellen, dass ich, wenn ich älter bin, woanders hinziehe, vielleicht auch ins Ausland“, sagt Jacqui. Im Schwimmsport aktiv ist sie, seit sie sechs Jahre alt war. „Meine ältere Schwester Michelle ist früher geschwommen und hat zu Hause immer davon geschwärmt. Da habe ich das auch einmal ausprobiert“ berichtet Jacqueline. Außer Michelle hat sie keine weiteren Geschwister. In ihrer Familie hat sonst nur ihre Mutter Sport und zwar Leichtathletik betrieben. Wenn Jacqui nicht Schwimmerin geworden wäre, würde sie Reiten und hier speziell Springreiten als Sport favorisieren. Was sie nicht machen würde, wäre Fußball, Boxen und Eishockey. Jacquis erster Verein waren die Wasserfreunde TuRa Berkamen, dem sie von 2003 bis 2011 angehörte. Im Sommer 2011 wechselte sie zur SG Dortmund. „Ich hatte das Gefühl, dass ich bei TuRa Berkkamen, der ja ein kleiner Verein ist, auf Dauer sportlich nicht weiter komme. Deswegen wollte ich in einen größeren Leistungssport  orientierten Verein, den ich mit der SG Dortmund gefunden habe“, begründet Jacqui ihren Vereinswechsel. Hier schätzt sie besonders das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Mannschaft und den Spaß den alle gemeinsam auch außerhalb von Training und Wettkämpfen haben, wobei dann wieder ihr eingangs erwähntes Lebensmotto ins Spiel kommt. Als ihre sportlichen Vorbilder nennt sie die US-Amerikaner Melissa Franklin und Ryan Lochte. „Die sind richtig gut und haben schon viel erreicht. Ich schaue mir beide gerne im Fernsehen an und finde es cool, wie sie schwimmen“, sagt Jacqueline, warum sie ein Fan von Franklin und Lochte ist. Beide würde sie gerne einmal näher kennenlernen. Jacqueline Daszkiewicz konzentriert sich in erster Linie auf das Brustschwimmen. Kraul schwimmt sie ab und zu auch ganz gerne. Das sie das kann, hat sie beispielsweise bewiesen, als sie im Frühjahr 2012 zusammen mit neun andern Dortmunder Schwimmerinnen mit der Zeit von 9:50,84 Minuten einen neuen Deutschen Rekord über 10x100m Freistil aufstellte. Ihre Hauptlage ist dennoch ganz klar Brust. Von den drei Brust-Wettkampfstrecken sind ihr die 200 Meter am liebsten. „Die lange Strecke macht mir mehr Spaß als die anderen. Ich komme meistens erst nach hundert Meter richtig in Schwung da komme ich mit den kurzen Strecken nicht so richtig zurecht“, schmunzelt. Jacqui.

Jacqueline Daszkiewicz

Ihr NRW-Jahrgangsrekord von 33,42 Sekunden auf der Langbahn über 50m Brust, den sie im April 2012 aufstellte, betrachtet sie daher auch mehr als Zufallsprodukt. Sie schwimmt lieber Langbahn als Kurzbahn. Sie begründet das damit, dass ihre Wenden nicht optimal sind. Seitdem SV NRW Start- und Wendeplatztrainer Max Sanno des öfteren mit seinen Messplatzgeräten die SG Dortmund  besucht, ist das aber schon besser geworden. Auf NRW-Ebene hat Jacqui mit mehreren  Jahrgangstiteln auf allen drei Bruststrecken eine beeindruckende Erfolgsbilanz vorzuweisen. Allein 2012 wurde sie fünfmal NRW-Jahrgangsmeisterin. Auch in der offenen Klasse hat sie im Landesverband bereits Fuß gefasst. So gewann sie bei den SV  NRW-Kurzbahnmeisterschaften 2011 in Gelsenkirchen über 200m Brust die Bronzemedaille. Jacqueline Daszkiewicz gehört dem aktuellen Perspektivkader des SV NRW an. Außerdem wurde sie im Sommer 2012 in das Junior-Top-Team des SV NRW berufen. Mit diesem nahm sie an der Trainingsmaßnahme in Shanghai (China) in den Herbstferien 2012 teil. Die Reise nach Shanghai war für Jacqui mit das Schönste, was sie bisher im Schwimmsport erlebt hat. „Ich verspreche mir viel vom Junior-Top-Team. Ich glaube, dass wir alle viel voneinander lernen können. Auch das wir dort bei anderen Trainern als im Verein arbeiten, passt da gut rein.“, sagt Jacqui. Neben der Shanghai-Reise war für die 15-jährige das Trainingslager 2012 mit der SG Dortmund in der spanischen Sierra Nevada ein Erlebnis, was sie als besonders schön empfunden hat. Einen guten Namen hat sich Jacqueline Daszkiewicz auch schon bei DSV-Meisterschaften gemacht. Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften 2010 gewann sie den Titel über 200m Brust und gewann über 100m Brust die Silbermedaille. Im vergangenen Jahr wurde sie im Jahrgang 1997 Vizemeisterin über 100m und 200m Brust. Ein großer Erfolg war auch das Erreichen des A-Finals der offenen Klasse über 200m Brust. In 2:33,92 Minuten wurde sie hier Achte. Leider verpasste sie 2012 knapp die JEM-Qualifikation. „Voriges Jahr waren die Mädchen aus dem Jahrgang 1996  einfach noch zu gut“, nennt Jacqui als Grund, warum sie die JEM-Quali nicht schaffte. Das soll in diesem Jahr anders werden. Die Teilnahme an der JEM 2013, die vom 10. bis 14. Juli in Poznan (Polen) stattfinden, ist ihr großes Ziel. Auch die Qualifikation für die Junioren-WM 2013 in Casablanca strebt Jacqueline an. Als Fernziel hat sie sich die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro auf ihre Fahnen geschrieben. Für diese Ziele arbeitet sie hart. Zehn Einheiten, davon vier als Frühtraining, umfasst  ihr derzeitiges Trainingsprogramm. Dazu kommt noch wöchentlich dreimal Krafttraining und zweimal Gymnastik. Klar, dass ihr da nicht viel Zeit für Hobbys bleibt. In ihrer knappen Freizeit trifft sie sich gerne mit Freunden zum Shoppen. Im Fernsehen schaut sie gerne Dokusoaps und Filme. Besondere musikalische Interessen hat sie keine. Sie hört am liebsten aktuelle Titel und was sonst noch so gerade in den Top 100 ist. Auf Jacquis Speiseplan ist Pizza Margharita der absolute Favorit. Richtig glücklich machen kann man sie mit Schokolade, Sonne, Strand und Meer. Was sie nicht abkann sind Streitereien, Zickereien und Lügen. Jacqueline würde gerne einmal in die Karibik, nach New York oder Rio de Janeiro reisen. „Ich denke dass es mit diesen Reisen klappen wird, aber das wird sicher noch ein paar Jahre dauern“, sagt Jacqui. Was Ihre berufliche Ausbildung angeht, stellt sie sich so vor, dass sie nach dem Abitur Sport studieren will. Wichtig ist ihr, das alle in Familie, Freundeskreis und Verein gesund bleiben und das sie mit ihrer Mannschaft bei der SG Dortmund noch viele Erfolge feiern kann. Und natürlich, das sie niemals einen verlorenen Tag haben wird, weil ihr das Lachen vergangen ist. Der Tag, an dem wir das Gespräch für dieses Portrait geführt haben, war in diesem Sinne bestimmt kein verlorener Tag.        

Peter Kuhne

Jacqueline Daszkiewicz

Sportler von A-Z

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