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Sportlerportrait 05/2008 Troy Arnicke: Seine Leidenschaft ist das Rekorde sammeln

Troy Arnicke

"Für die Essener Schwimm-Startgemeinschaft beginnt in diesen Tagen ein neuer Zeitabschnitt" schrieb die Neue Ruhr Zeitung (NRZ) am 02.09.2008. Neben der Wiedereröffnung des Leistungszentrums Rüttenscheid nach eineinhalbjähriger Renovierung, dem Dienstantritt von Essens neuem Trainer Henning Lambertz, ist für das Blatt jedoch die Verpflichtung von Troy Arnicke das I-Tüpfelchen für die neue Ära im Essener Schwimmsport.

Das kommt nicht von ungefähr, hat doch der 17-jährige in der deutschen Schwimmszene trotz seiner Jugend schon einen guten Namen. Mehr als vierzig Deutsche Altersklassenrekorde hat Troy Arnicke in den letzten acht Jahren aufgestellt.

Wie viele es genau sind, vermag Troy nicht zu sagen. Bei dieser Menge kann man ja auch schon einmal die Übersicht verlieren "In diesem Jahr waren es zwei, einer über 50 und einer über 200m Brust", kann sich Troy Arnicke aber an seine neuesten Bestmarken genau erinnern. Das Schwimmen gelernt hat der am 08. Juni 1991 in Berlin geborene Troy Arnicke im Alter von drei Jahren. Beigebracht hat es ihm sein Vater, der selbst einmal in der ehemaligen DDR ein Top-Schwimmer war. Troys Vater kann sich mit einem Titel als Jugend-Europameister und einem Vize-Europameistertitel in der offenen Klasse mit der Lagenstaffel schmücken. Auch Troys Mutter kann als Leichtathletin auf eine sportliche Laufbahn in der DDR zurückblicken. Geschwister hat Troy Arnicke keine.

Troy Arnicke

Berufliche Gründe führten Familie Arnicke nach Paderborn. Der dortige 1. Paderborner SV war dann auch Troys erster Verein. "Ich habe anfangs aber auch andere Sportarten gemacht. Im Verein waren dies Basketball und Taekwondo. In meiner Freizeit spielte ich dazu noch Volleyball und Beach-Volleyball", erzählt Troy Arnicke. Beach-Volleyball wäre übrigens auch die Sportart, die er intensiv betreiben würde, wenn er kein Schwimmer wäre.

Im Juli 2007 wechselte Troy Arnicke nach Wuppertal zur SG Bayer um unter Trainer Henning Lambertz seine Karriere unter besseren Trainingsbedingungen voranzutreiben. Das Gastspiel an der Wupper dauerte gerademal ein Jahr, dann stand für Troy der nächste Vereinswechsel an. Sein Trainer Henning Lambertz hatte sich entschlossen, zur SG Essen zu gehen. Neben einigen anderen Bayer-Schwimmern ging auch Troy Arnicke diesen Weg mit und wechselte von der Wupper an die Ruhr. Diesen Schritt hat Troy bisher noch keinen Tag bereut. "Bei der SG Essen sind die Chancen noch weiter nach vorne zu kommen, größer als in Wuppertal. Die Wege sind hier extrem kurz und auch das gesamte Umfeld mit Olympiastützpunkt,.Trainingsbedingungen und schulische Betreuung ist hier optimal", ist Troy Arnicke, der im Essener Sport- und Tanzinternat seinen Wohnsitz gefunden hat, von seinem neuen Wirkungskreiskreis restlos begeistert.

Zudem hat er mit Hendrik Feldwehr, der von Bremen zur SG Essen wechselte und genau wie Troy Brustspezialist ist, einen idealen Trainingspartner gefunden. "Wir profitieren beide voneinander und haben auch sonst viel Spaß zusammen", sagt Troy. Womit dann auch gesagt wäre, dass Troy das Brustschwimmen am besten beherrscht." Lagenschwimmen kann ich auch noch ganz gut und auch Delphin mache ich ganz gern. Den Rest kann ich dagegen nur so mittelprächtig", beschreibt Troy seine Vorlieben.

Seine stärkste Disziplin sind die 200m Brust. Danach folgen die 100m vor den 50m. Als seine sportlichen Vorbilder nennt Troy den Amerikaner Ed Moses und den Japaner Kosuke Kitajima, beide wie Troy natürlich Brustschwimmer. Erste Erfolge auf NRW-Ebene feierte Troy Arnicke seit den Jahren 2002 und 2003. 2003 wurde er schon dreifacher Jahrgangsmeister über alle Bruststrecken. In den folgenden Jahren sollte eine Vielzahl von NRW-Titeln folgen. Auf DSV-Ebene datiert sein erster Erfolg aus dem Jahr 2004, als er Deutscher Meister im Mehrkampf wurde. "Von da an ging es nur noch bergauf", schmunzelt Troy Arnicke. In den Jahren 2006 und 2007 wurde er jeweils fünfmal Deutscher Jahrgangsmeister. In diesem Jahr gewann er vier Titel (50, 100 und 200m Brust, 200, Lagen). Außerdem holte er Bronze über 100m Schmetterling. Gleichzeitig qualifizierte er sich sowohl für die Junioren-Weltmeisterschaften in Monterrey/Mexico als auch für die Jugend-Europameisterschaften in Belgrad/Serbien.

Als Angehöriger des jüngeren Jahrgangs der Teilnahmeberechtigten waren in diesem Jahr für ihn noch keine Medaillen zu holen. Jeweils zweimal Platz fünf über 200m Brust waren dennoch eine Klasseleistung. "International ist der 90'iger Jahrgang sehr stark, daran konnte ich nicht vorbeikommen. In meinem Jahrgang habe ich in Europa dagegen nur noch einen russischen Schwimmer vor mir. Ich glaube, im nächsten Jahr wird auch der zu packen sein", gibt sich Troy optimistisch. Damit ist auch bereits ein Ziel des Troy Arnicke für die Zukunft genannt. Für die JEM 2009 möchte er sich gerne qualifizieren.

Troy Arnicke

Danach will er auch den Anschluss an die Spitze der offenen Klasse schaffen, sowohl national, als auch international. Sein großes Fernziel sind die Olympischen Spiele 2012 in London. Beruflich möchte Troy gerne in der Werbebranche Fuß fassen, aber auch ein Biologiestudium will er nicht ausschließen. Ende diesen Monats stehen aber erst einmal die Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in seiner neuen Heimatstadt Essen auf dem Programm.

Hier peilt Troy, der spanisches Essen, wie Tapas und Paella zu seinen Lieblingsspeisen zählt, die Finalteilnahme über 100 und 200m Brust an. "Bei der DM wollen wir zeigen, dass wir nicht zur SG Essen gekommen sind, um nur Spaß zu haben. Unser Ziel ist vielmehr, zu beweisen, dass wir einer der besten Vereine Deutschlands sind", spricht Troy Arnicke auch für seine Mannschaftskameraden. Einstimmen auf die Titelkämpfe wird sich der Schüler, des Essener Helmholtz-Gymnasiums, wo er die zwölfte Klasse besucht, dann bestimmt mit seinem Hobby, dem Schlagzeug spielen.

Sportler von A-Z

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