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Melanie Tombers
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Im Laufe der Jahre habe ich bei SV NRW-Meisterschaften
schon viele Schwimmerinnen und Schwimmer kommen und gehen
sehen. Da waren einige, die nur eine kurze Zeit an Titelkämpfen
unseres Landesverbandes teilnahmen und dann wieder in der
Versenkung verschwanden. Aber es gibt auch sehr viele, denen
begegne ich seit Jahren immer wieder und wenn von diesen
"Stammkunden" mal jemand fehlt, fällt das
gleich auf, so sehr vermisst man diese Aktiven, deren Teilnahme
für mich schon fast selbstverständlich ist.
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Eine, die zu dieser Stammkundschaft bei NRW-Meisterschaften zählt,
ist Melanie Tombers. Die Düsseldorferin, die seit wenigen
Monaten für die SG Essen schwimmt, ist eigentlich immer dabei,
wenn es in NRW um Titel und Medaillen geht. Dabei kann man sicher
sein, dass die am 3. April 1994 in Düsseldorf geborene und
dort auch beheimatete Schülerin der Stufe 11 des Goethe-Gymnasiums
Düsseldorf auch mehrfach einen Platz auf dem Siegerpodest
einnimmt. Was natürlich den Schluss zulässt, dass Melanie
Tombers zu den besten Schwimmerinnen im Lande Nordrhein-Westfalen
gehört.
Belegt wird das auch dadurch, dass die 17-jährige in der
aktuellen Bestenliste des SV NRW über 200m Brust Platz drei
einnimmt. Vor ihr rangieren nur die vielfachen Deutschen Meisterinnen
Caroline Ruhnau und Sarah Poewe. Über 400m Lagen steht Melanie
auf Platz sechs der Bestenliste. Bei der Auswertung der Jugendschwimmerin
des Jahres im SV NRW belegte sie 2009 Platz fünf, 2010 wurde
sie Dritte.
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Zum Schwimmen kam Melanie im Alter von drei Jahren bei
einem Familienurlaub in den USA. "Schon da habe
ich gemerkt, dass ich eine Wasserratte bin", erinnert
sich Melanie an die Anfänge. Verwunderlich ist das
nicht, wurde ihr das Schwimmen quasi mit in die Wiege gelegt.
Ihre Mutter Birgit war unter ihrem Mädchennamen Häusler
Mitte bis Ende der 70'iger Jahre eine erfolgreiche Schwimmerinn
bei der SSG Saar Max Ritter Saarbrücken. Bei Melanies
Vater Peter trainierte ihre Mutter anschließend bei
den Freien Schwimmer Düsseldorf. Auch Melanies zwei
Jahre älterer Bruder Tobias ist aktiver Schwimmer beim
Düsseldorfer SC und feierte schon einige Erfolge bei
SV NRW-Meisterschaften.
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Melanie Tombers
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Tombers sind also eine richtige Schwimmerfamilie. "Bei
Gesprächen zu Hause versuchen wir das Thema Schwimmen aber
so gut es geht zu meiden, da reden wir meist über andere
Dinge", erzählt Melanie. Über die Freien Schwimmer
Düsseldorf, denen sie 2002 beitrat, kam Melanie 2005 zum
Düsseldorfer SC. Kurz vor Ostern dieses Jahres wechselte
sie zur SG Essen. "Nach den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften
2010 gab es bei mir keine Leistungsentwicklung mehr. Vor allem
auf der Langbahn kam gar nichts mehr. Hierdurch war auch meine
Motivation nicht mehr die beste. Bei der SG Essen hoffe ich mich
wieder zu verbessern. Das Niveau dort ist einfach anders als in
Düsseldorf, wo ich nur mit jüngeren Schwimmerinnen trainiert
habe. In Essen ist alles anders und neu, das Niveau ist höher
und das alles motiviert mich einfach mehr", begründet
Melanie ihren Wechsel von den Rhein an die Ruhr.
Das bezieht sich aber nur auf den Sport. An Düsseldorf
als Wohnort hängt sie nach wie vor und woanders hinzuziehen
ist für sie zumindest in absehbarer Zeit kein Thema. Melanies
Lieblingsstrecken sind die 200m Brust und die 400m Lagen. Eine
Sprinterin ist sie nicht. "Das Training für die Sprinter
ist zwar einfacher. Ich habe aber trotzdem nie daran gedacht zum
Sprint zu wechseln", will Melanie von den kurzen Distanzen
derzeit nichts wissen. Zum Training geht sie immer gerne, selbst
wenn sie einmal nicht gut gelaunt ist, auch das ist ein Zeichen
von Disziplin.
Ihre ersten Erfolge bei SV NRW-Meisterschaften hatte sie schon
im Jahr 2006, damals auch noch über Rücken. Jahrgangstitel
hat sie seitdem viele gesammelt. Was ihr noch fehlt, sind Goldmedaillen
in der offenen Klasse. Auf's Treppchen schaffte sie es auch hier
schon einige Male, dort stand sie allerdings bisher immer als
Silber- und Bronzemedaillengewinnerin. Bei ihren ersten Deutschen-Jahrgangsmeisterschaften,
bei denen sie für Einzelrennen startberechtigt war, wurde
sie 2007 auf Anhieb Dritte über 400m Lagen. 2008 holte sie
dann über 200m Brust und 400m Lagen die Vizemeisterschaft
im Jahrgang 1994.
In den Jahren 2009 und 2010 gewann Melanie über 200m Brust
jeweils die Bronzemedaille. Das gelang ihr auch in diesem Jahr.
Besonders stolz war sie bei den diesjährigen DSV-Meisterschaften
jedoch darüber, dass sie über diese Strecke und auch
über 400m Lagen das B-Finale erreichte, wo sie in beiden
Finals als Siebte anschlug. Direkte sportliche Vorbilder hat Melanie
nicht. "Ich bewundere ein bißchen Federica Pellegrini
und Rebecca Soni, als echte Vorbilder würde ich die aber
nicht bezeichnen", sagt Melanie.
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Im SV NRW gehört Melanie Tombers dem Nachwuchskader
an, beim DSV wird sie im D-Kader geführt. Nach ihren
sportlichen Zielen gefragt, sagt Melanie: "Kurzfristig
gesehen möchte ich bei Deutschen Kurzbahnmeisterschaften
ein A-Finale erreichen. Ansonsten möchte ich alles
einmal mitmachen, was sportlich möglich ist",
sagt Melanie. Nach den Sommerferien wechselt sie die Schule
und besucht dann in Essen das Sportinternat Helmholtz-Gymnasium,
eine der Eliteschulen des Sports. Hier will sie das Abitur
machen.
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Was dann beruflich folgt, ist noch nicht klar, Interesse zeigt
Melanie aber an einem Sportstudium evtl. an der Sporthochschule
Köln. In ihrer knapp bemessenen Freizeit geht Melanie gerne
shoppen und trifft sich mit Freunden, außerdem telefoniert
sie gerne und auch "Ausruhen" gehört zu ihren Vorlieben.
Sportarten die sie sich gerne im Fernsehen anschaut sind Schwimmen
und Leichtathletik.
Wenn sie nicht Schwimmerin geworden wäre, hätte sie
als Sportart Tanzen gewählt, hierbei die klassischen Tänze
aber außen vor gelassen. Glücklich machen kann man
Melanie mit Süßigkeiten, was sie hasst ist Arroganz,
Unfreundlichkeit und verarscht zu werden. Wohin sie gerne einmal
reisen würde, wäre Miami im US-Bundesstaat Florida.
Gefragt, womit für sie ein richtig guter Tag beginnen müsste,
sagte sie schmunzelnd: "Mit einem Frühstück
im Bett". Mit diesem Wunsch steht sie bestimmt nicht
allein. Da müssen wir nur noch jemanden finden, der das serviert.
Peter Kuhne