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Britta Koiky
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Es gibt Geburtstagsgeschenke über die man sich besonders
freut und es gibt auch welche, die einem gar nicht gefallen.
Dann gibt es aber auch Geburtstagsgeschenke, die man sich
selbst macht. Ein tolles Geschenk, dass sich eine Schwimmerin
zum Geburtstag selbst machen kann, ist zweifelsfrei der
Gewinn einer Deutschen Meisterschaft. Ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk
dieser Art machte sich am dritten Adventssonntag 2008 Britta
Koiky von der SG Ruhr.
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Drei Tage vor ihrem 16. Geburtstag, den sie am 17.12.2008 feierte,
wurde Britta in Elmshorn Deutsche Meisterin in der offenen Klasse
im Poolschwimmen über 5000 Meter. Sie gewann in einem wahnsinnig
spannenden Rennen in 59:59,78 Minuten mit einem hauchdünnen
Vorsprung von weniger als einer Sekunde vor der Elmshorner Lokalmatadorin
Natalie Charlos. In die Analen des Deutschen Schwimm-Verbandes
wird der Sieg von Britta Koiky mit Sicherheit eingehen, denn es
handelte sich bei diesen Titelkämpfen um die Premiere der
erstmals ausgetragenen Deutschen Pool-Meisterschaften.
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Britta Koiky
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Der Sieg der Bochumerin kam dabei für sie selbst mehr
als überraschend. "Ich bin diese Strecke zum ersten
Mal in einem Wettkampf geschwommen. Das ich gewonnen habe,
war eine große Überraschung. Ich denke mal, ich
werde das jetzt noch öfters machen", sagt Britta.
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Die Schülerin des Bochumer Gymnasiums am Ostring, wo sie
die elfte Klasse besucht, sieht den Schwimmsport nicht unbedingt
als Lebensinhalt, sondern mehr als Hobby an. "Für mich
ist der Spaß am Schwimmen das wichtigste", bringt Britta
ihre Leidenschaft auf den Punkt. Wann sie damit begonnen hat,
weiß sie nicht so genau. "Meine Eltern haben mich,
als ich noch klein war zu einem Schwimmkurs geschickt. Da mir
das viel Spaß gemacht hat, bin ich dabei geblieben und irgendwann
wurde Leistungssport daraus", erinnert sich Britta nur schwach
an die Anfänge.
Parallel zum Schwimmen spielte Britta Koiky bei Telstar Bochum
auch aktiv Volleyball. Zum Volleyball hingeführt hat Britta
ihre älteste Schwester, die ebenfalls in dieser Sportart,
wie übrigens auch ihr Vater während seiner Studienzeit,
aktiv war. Weil es zeitlich nicht mehr zusammenpasste, gab Britta
zu Gunsten des Schwimmens das Volleyballspielen schweren Herzens
auf.
Dafür hat sie inzwischen ihr Herz für das Klettern
entdeckt. Wann immer es ihre Zeit erlaubt, klettert sie in der
Halle die Wände herauf. "Wenn ich älter bin, werde
ich vielleicht auch im Gebirge klettern. Im Moment schwimme ich
aber noch zu viel, um das Klettern zu intensivieren", verrät
uns Britta.
Eine weitere Schwester, die 20-jährige Andrea war bis vor
einem Jahr ebenfalls Schwimmerin bei der SG Ruhr und ist dort
jetzt als Trainerin tätig. Brittas erster Verein war Blau-Weiß
Bochum. Nachdem sich dort ihre Schwimmgruppe aufgelöst hatte,
wechselte sie zur SG Welper, einem der Trägervereine der
SG Ruhr. Dort fühlt sie sich rundum wohl. "Ich bin bei
der SG Ruhr mit meiner Trainingsgruppe aufgewachsen. Mit meinen
Trainern, die mich schon eine Ewigkeit kennen, verstehe ich mich
gut. Ich fühle mich in meinem Verein gut aufgehoben und gehe
immer gerne dort hin", schwärmt Britta von ihrem Klub.
Einen Vereinswechsel hat sie nie in Erwägung gezogen und
daran wird sich mit Bestimmtheit auch nichts ändern.
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Wie sehr sie sich bei der SG Ruhr wohl fühlt, zeigt
die Tatsache, dass sie DMS-Wettkämpfe neben ihrem Titelgewinn
über 5 Kilometer zu ihren schönsten Erlebnissen
im Schwimmsport zählt. "Die DMS sind für
uns bei der SG Ruhr immer wieder ein tolles Erlebnis, weil
da der Mannschaftsgedanke im Vordergrund steht", sagt
Britta. Ein sportliches Vorbild hat die Bochumerin übrigens
nicht. "Klar, man schaut ab und an mal zu den Leuten
herauf, und guckt, was die so bei Olympia machen, aber ein
direktes Vorbild ist für mich nicht darunter",
erzählt Britta.
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Britta Koiky
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Ihre Lieblingsdisziplinen sind die langen Kraulstrecken. "Je
länger, desto besser", lautet Brittas Credo. Das gilt
auch für ihr zweites Standbein, das Schmetterlingschwimmen.
Auch hier kann es ihr nicht lang genug sein. Über 200m Schmetterling
holte sich Britta im Herbst 2008 bei den NRW Kurzbahnmeisterschaften
ihren ersten Landestitel in der offenen Klasse. "Dieser Sieg
kam für mich sehr überraschend, denn ich bin eigentlich
nicht so die Kurzbahnathletin. Auf der Langbahn fühle ich
mich wohler", sagt Britta Koiky. NRW-Jahrgangstitel hat Britta
schon einige gesammelt.
Wann sie ihre erste Medaille bei NRW-Meisterschaften geholt hat,
vermag sie nicht genau zu sagen. "Auf jeden Fall war es Bronze
über 800m Freistil", erinnert sich Britta. Gut erinnern
kann sie sich hingegen auf ihre Erfolge auf DSV-Ebene. 2008 wurde
sie bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin Zweite
über 1500m Freistil. Über 200m Schmetterling schwamm
sie als Vierte nur ganz knapp an einer Medaille vorbei. Ihre sehr
guten Leistungen des Jahres 2008 dokumentiert ihr vierter Platz
bei der Wertung Jugendschwimmerin des Jahres 2008 im SV NRW. Zu
Rang zwei fehlten Britta nur zwei Punkte.
Konkrete sportliche Ziele für die Zukunft hat Britta derzeit
noch nicht. "Ich schwimme so lange es mir noch Spaß
macht und so lange werde ich auch auf Wettkämpfe gehen. Wenn
das Abi ansteht, muss ich mich aber wohl mehr auf die Schule konzentrieren.
Ich kann daher noch nicht sagen, wie es auf Dauer mit dem Schwimmen
weitergeht", sagt Britta. Nach ihrem Erfolg über die
5 Kilometer im Pool betrachtet Britta Koiky diese Disziplin in
nächster Zeit aber als ein wichtiges sportliches Standbein.
Nach einigen Erfahrungen im Freiwasser kann sich Britta aber auch
hier eine Zukunft vorstellen, wenn die sie sich zur Zeit aber
noch in der Halle wohler fühlt als im rauen Freiwasser.
Beruflich möchte sie gerne studieren, wobei sie hier die
Richtung Medizin ins Auge gefasst hat. Bei ihren Mitmenschen legt
Britta, die neben ihrem Hobby Klettern noch gerne Freunde trifft
und Lasagne als ihre Lieblingsspeise nennt, Wert auf Kreativität,
Offenheit, Ehrlichkeit, Humor und Toleranz gegenüber anderen
um total verschlossene und neidische Personen, die zudem auch
noch gerne die Gerüchteküche schüren, macht Britta
hingegen einen großen Bogen. Diesen Bogen kann Britta Koiky
in erster Linie wohl steil nach oben schlagen und vielleicht eines
Tages als Gipfelstürmerin eines Viertausenders auf Freund
und Feind herabblicken.
Peter Kuhne