Wasserball, 20.04.08, von
Jörg Schäfer

Werner Stratkemper |
Nach 13 erfolgreichen Jahren geht mit Werner Stratkemper
der aktuell dienstälteste Trainer eines Wasserball-Bundesligisten
am Ende der Saison von Bord.
Neuer Trainer der 1. Mannschaft wird der Ungar Gabor Bujka,
der schon seit Jahren bei der SV Krefeld 72 erfolgreich im
Jugendbereich tätig ist.
|
"Die Erfolge im Wasserball unseres Vereins in den letzten
Jahren sind eng mit dem Namen Werner Stratkemper verbunden. An dem
sportlichen Aufstieg hat er ein gerüttelt Maß Anteil.
Die Tatsache, dass Herr Stratkemper gut 13 Jahre bei uns das Traineramt
inne hatte, ist Beweis genug, dass wir mit seiner Arbeit sehr zufrieden
waren. Im Sport bzw. im Trainerbereich muss man aber auch bereit
sein, insbesondere auch nach so langer Zeit einmal neue Wege zu
gehen. Wir haben uns daher im Vorstand entschieden, den Vertrag
mit Werner Stratkemper nicht zu verlängern." fasst SVK-Vorsitzender
Werner Gottschalk den Entscheidungsprozess zusammen.
Der 58-jährige Pädagoge übernahm im August 1996
das Traineramt bei der SV Krefeld 72 und hat zu Beginn nicht nur
Höhen, sondern auch Tiefen erlebt.
"Da wir zu dieser Zeit im Leistungsport Wasserball keine systematische
Jugendarbeit hatten, die hoffnungsvolle Nachwuchstalente an den
Herrenbereich hätte heranführen können, hatten wir
zu Anfang immer Probleme, zu Saisonbeginn eine schlagkräftige
Regionalligamannschaft zu stellen, aber irgendwie haben wir das
immer wieder hin bekommen und die Klasse halten können."
erinnert sich der SVK-Trainer an die erste Zeit seiner Tätigkeit
bei der SVK.
Im Laufe der Jahre änderte sich dann nach und nach das Bild
und die sportliche Leistungsfähigkeit im Verein ging steil
nach oben. Höhepunkt der Trainerkarriere von Werner Stratkemper
bei der SVK war dann der "Doppelaufstieg" in den Jahren
2005/2006. Zunächst gelang im Jahre 2005 beim Turnier in Itzehoe,
u.a. gegen Weiden und Brambauer, ungeschlagen der Aufstieg in die
2. Wasserball-Bundesliga und was keiner für möglich gehalten
hatte, trat direkt im Jahr danach ein. Die SV Krefeld 72 konnte
sich als Tabellensechster der 2. Liga in den Relegationsspielen
gegen den Altmeister Rote Erde Hamm durchsetzen, und damit war der
Durchmarsch in die oberste Spielklasse geschafft.
In der abgelaufenen Bundesligasaison sicherte sich dann das Team
von der Palmstraße unter Stratkemper's Regie im Playdown-Halbfinale
in zwei Spielen den Klassenerhalt gegen Blau Weiss Bochum.
"Wir wollen unseren Trainer, dem wir sehr viel zu verdanken
haben, am Saisonende gebührend verabschieden und mit ihm gemeinsam
zum Abschluss den erneuten Klassenerhalt feiern. Das sind wir ihm
schuldig und dafür hängen wir uns richtig rein."
gibt Kapitän Christian Jünemann die Meinung der Mannschaft
wieder.
Neuer Trainer der 1. Mannschaft wird der Ungar Gabor Bujka, der
schon seit Jahren bei der SV Krefeld 72 erfolgreich im Jugendbereich
tätig ist.
"Wir sind überzeugt, dass Herr Bujka die bisherige,
erfolgreiche Arbeit fortsetzen wird und der Mannschaft neue Impulse
geben kann. Die Kompetenzen von ihm sind unbestritten." begründet
der Sportliche Leiter Udo Lünebrink die Personalentscheidung.
Mit dem 122-fachen ungarischen Nationalspieler übernimmt ein
Mann das Traineramt des Bundesligisten, der über ein großes
Maß an internationaler Erfahrung als Spieler und langjährige
Erfahrung als Trainer verfügt. Gabor Bujka wurde mit Ferencvaros
Budapest Europa- und Super-Cup-Sieger, nahm 1988 an der Olympiade
in Seoul teil und wurde 1988 zum Spieler des Jahres in Ungarn gewählt.
In Deutschland war er erfolgreich zunächst als Spieler und
dann auch als Trainer in Cannstatt tätig. Seine weiteren Trainerstationen
waren Hamm, Neukölln und Bayer Uerdingen (Damen), bevor ihn
sein Weg an die Palmstraße zog, wo er in den letzten Jahren
wiederholt Jugendmannschaften in die Deutsche Endrunde geführt
hat.
Gabor Bujka hat die Sportuniversität in Budapest erfolgreich
abgeschlossen und verfügt bereits seit Jahren über die
für die Bundesliga notwendige A-Lizenz.
|