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Goslar (schwimm-press) Deutschlands Schwimmer gehen mit dem Schwung
der erfolgreichen Europameisterschaften in Berlin (zehnmal Gold,
siebenmal Silber und fünfmal Bronze) in die neue Kurzbahn-Saison.
Die neunten Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften (nach Wiedereinführung
1994) am kommenden Wochenende (29. November bis 1. Dezember) im
Goslarer „Aquantic“ erfahren ein neues Rekordmeldeergebnis: 170
DSV-Vereine haben für insgesamt 592 Aktive 1624 Einzel- und 68 Staffelstarts
in den 40 Wettbewerben angekündigt.
Mit wenigen Ausnahmen wie Franziska van Almsick (Neukölln), Jörg
Hoffmann (Potsdam/Kreuzband-Operation), Anne Poleska (Krefeld/US-Studentin),
Katrin Meißner (Spandau), Jens Thiele (Hamburg/Hüftbruch), Heiko
Hell (Elmshorn), Meike Freitag (Frankfurt) und den beim parallellaufenden
Weltcup in Schanghai verpflichteten Stefan Herbst (Leutzsch), Steffen
Driesen (Uerdingen), Robert Kroll (Halle/Saale) und Cathleen Rund
(Neukölln) ist die DSV-Elite komplett am Start. Goslar ist gleichzeitig
auch Qualifikation für die 14 Tage später stattfindenden Kurzbahn-Europameisterschaften
in Riesa (12. bis 15. Dezember), wo der DSV seine Position als Nummer
eins auf dem Kontinent zu verteidigen hat.
DSV-Sportdirektor Ralf Beckmann geht von einer Mannschaftsstärke
von 28 bis 30 Aktiven und einem Top-Team für die EM in Riesa aus.
Als Orientierung für die Richtzeiten in der EM-Qualifikation dient
Platz sechs der „bereinigten“ Kurzbahn-Weltbestenliste der vergangenen
Saison (nur jeweils zwei Schwimmer/innen pro Nationen berücksichtigt).
Die ersten Ergebnisse aus den beiden Weltcups in Rio de Janeiro
und am vergangenen Wochenende in New York mit Doppelsieger Thomas
Rupprath (Wuppertal) an der Spitze untermauern Beckmanns realistische
Erwartungshaltung.
Der 25-jährige Rupprath, Doppel-Europameister in Berlin und dreifacher
Titelträger bei der letztjährigen Kurzbahn-EM in Antwerpen, bewegt
sich bereits wieder nahezu auf einem Leistungsniveau wie vor Jahresfrist.
Bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften 2001 in Rostock schwamm
er Weltrekord über 200 m Schmetterling (1:51,21), Europarekorde
über 50 (23,75) und 100 m Rücken (50,80) und drei weitere Deutsche
Rekorde. In Goslar wie in Riesa wird Rupprath sicherlich zu den
Athleten zählen, die den Titelkämpfen ihren Stempel aufdrücken werden.
Heimtrainer Henning Lambertz hat für die kommenden Wochen in der
Kurzbahn-Saison bereits wieder „weltrekordreife Leistungen“ für
seinen Schützling angekündigt. Der lebt mittlerweile fest in seiner
neuen Heimat Rostock, trainiert die Woche über in Wuppertal und
schlägt dann – wie in früheren Zeiten – sein Quartier bei den Eltern
in Neuss auf. Seit September ist Thomas Rupprath verheiratet. Ehefrau
Urte ist die Schwester der Olympia-Dritten im Kunstspringen, Dörte
Lindner.
Rupprath „gönnt“ sich in diesen Tagen allerdings ein Mammut-Programm:
Am vergangenen Wochenende New York, jetzt Goslar, acht Tage später
Weltcup in Melbourne (6. bis 8. Dezember) und dann noch die EM in
Riesa (12. bis 15. Dezember). Rupprath hat sich den Gesamtsieg im
Weltcup und die damit verbundene Prämie in Höhe von 50.000 Dollar
als Ziel gesetzt.
Mit Rupprath, dessen Dauer-Rivalen auf den Rückenstrecken, Stev
Theloke (Chemnitz), Jens Kruppa (Riesa) und dem mittlerweile auch
schon 30-jährigen Christian Keller (Essen) auf den Lagen-Strecken,
bei den Frauen Sandra Völker (Hamburg), die für Goslar fünfmal gemeldet
hat, jeweils über 50 und 100 m Freistil und Rücken sowie 100 m Lagen,
Antje Buschschulte (Wuppertal) über Freistil und Rücken, Nicole
Hetzer (Magdeburg) über Lagen und Rücken, Annika Mehlhorn (Baunatal)
über Schmetterling und Lagen, Hannah Stockbauer (Erlangen) und Jana
Henke (Potsdam) auf den langen Kraulstrecken wird der DSV auf „altbewährte“
Aktive setzen. Die Duelle Rupprath/Theloke, Kruppa/Keller, Völker/Buschschulte,
Hetzer/Mehlhorn oder Weltmeisterin Hannah Stockbauer gegen Europameisterin
Jana Henke über 800 m Freistil werden den Reiz der Goslaer Meisterschaftstage
ausmachen.
„Bewegung bei den Brustschwimmerinnen“ erwarten Sportdirektor
Beckmann und Bundestrainer Manfred Thiesmann durch die Südafrikanerin
Sarah Poewe, die im Sommer in Warendorf bereits erstmalig Deutsche
Meisterin über 100 m Brust geworden war. Der DSV erwartet täglich
die Freigabe durch den Internationalen Schwimm-Verband Fina für
die 19-jährige Ex-Weltmeisterin über 50 und 100 m Brust. Die des
südafrikanischen Verbandes und des NOK Südafrikaas liegen bereits
vor. Sarah Poewe ist im Besitz eines deutschen Passes (Vater stammt
aus Kiel) und könnte im Falle einer Freigabe und ihrer sportlichen
Qualifikation in Goslar bei der Kurzbahn-EM in Riesa bereits vom
DSV eingesetzt werden. Bei der SG Wuppertal/Uerdingen/Dormagen ist
sie u.a. Trainingspartnerin von Thomas Rupprath und Antje Buschschulte.
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