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Rostock (schwimm-press) Die achten Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften
nach Wiedereinführung 1994 werden so attraktiv wie schon lange
nicht mehr: Die Rostocker Neptunschwimmhalle sieht vom 30. November
bis 2. Dezember nahezu die gesamte DSV-Elite am Start. Die nationalen
Titelkämpfe bedeuten gleichzeitig Qualifikation für die
14 Tage später folgenden Kurzbahn-Europameisterschaften in
Antwerpen (13. bis 16. Dezember). Der DSV setzt für die Saison
2001/2002 auf eine Bestätigung der mit insgesamt 15 Medaillen
(3-6-6) über Erwarten positiven WM-Bilanz von Fukuoka/Japan
für den nächstjährigen kontinentalen Höhepunkt
mit dem Heimvorteil der Europameisterschaften in Berlin (25. Juli
bis 4. August).
Aktuelle Richtschnur in der EM-Qualifikation für Antwerpen
ist Platz sechs der "bereinigten" Europa-Rangliste (nur
zwei Schwimmer pro Nation) der vergangenen Kurzbahn-Saison. Für
2000 galt vergleichsweise noch Platz acht. Sportdirektor Ralf Beckmann
hat die maximale Team-Stärke für Antwerpen auf 26 begrenzt.
Sollten mehr als 26 Aktive die Nominierungsvoraussetzungen erfüllen,
werden die 26 besten Ergebnisse gemäß der Punktetabelle
der Europäischen SchwimmLiga (LEN) berücksichtigt. Neben
den Finalleistungen aus den Rostocker Meisterschaftstagen werden
auch die bisher vorliegenden Ergebnisse der laufenden Weltcup-Saison
herangezogen.
Im Weltcup engagiert sind zeitgleich zu Rostock u.a. Vize-Weltmeisterin
Katrin Meißner (Spandau), die beiden USA-Studentinnen Silvia
Szalai (Frankfurt/Main) und Anne Poleska (Krefeld) sowie der Leipziger
Jirka Letzin, der mit drei Siegen auf den Lagen-Strecken in Rio
de Janeiro in die neue Weltcup-Saison gestartet war. Aus dem Kreis
der 26 WM-Teilnehmer von Fukuoka fehlen neben Meißner und
Szalai lediglich Langstrecken-Weltmeisterin Peggy Büchse (Rostock),
Meike Freitag (Frankfurt/Main) und Johannes Oesterling (Stadtallendorf).
Dafür wollen sich in Rostock Weltrekordlerin Franziska van
Almsick (Berlin) nach behobenem Bandscheibenvorfall und Ex-Weltmeister
Jörg Hoffmann nach eineinhalbjähriger Wettkampf-Pause
in die DSV-Elite zurückmelden. Der bald 32-jährige Potsdamer
Student der Forstwirtschaft will nach eigenem Bekunden noch einmal
"angreifen", seinem vermeintlichen Nachfolger auf den
langen Freistilstrecken, Heiko Hell (Elmshorn), Paroli bieten.
Das gilt für die 23-jährige Franziska van Almsick gleichermaßen.
Über 100 und 200 m Freistil sowie 100 m Schmetterling hat sie
für Rostock gemeldet. Die Kurzbahn-DM ist die erste "Nagelprobe"
auf ihrem angestrebten Weg zurück in die Weltspitze. Mit Norbert
Warnatzsch steht in Berlin ein neuer Trainer an ihrer Seite, der
einen Torsten Spanneberg in Fukuoka (WM-Sechster über 100 m
Freistil, Silber über 4x100 m Lagen und Bronze über 4x100
m Freistil) nach Jahren der Stagnation wieder in die internationale
Elite des Schwimmsports zurücktrieb.
Volle Motivation für die neue Kurzbahn-Saison bringt wie in
früheren Jahren Vize-Weltmeister Thomas Rupprath (Wuppertal)
mit. Der 24-jährige Profi, gewissermaßen Lokal-Matador
in Rostock, geht mit Rekord-Ambitionen über 100 und 200 m Schmetterling
an den Start. Der gebürtige Neusser hat seinen Zweit-Wohnsitz
seit Oktober nach Warnemünde-Diedrichshagen verlegt. Mit insgesamt
fünf Einzel-Starts (50/100/200 m Schmetterling, 50/100 m Rücken)
hat er sich das "strammste" Programm aller Spitzenschwimmer
für die drei Wettkampf-Tage vorgenommen.
Die 19-jährige Doppel-Weltmeisterin Hannah Stockbauer (Erlangen),
die ihre Konzentration bis nächstes Frühjahr mehr auf
ihr Abitur denn auf den Sport richtet, streicht für Rostock
die 1500 m Freistil (kein EM-Wettbewerb) und "beschäftigt"
sich neben den 200, 400 und 800 m Freistil "außer der
Reihe" mit den 200 m Rücken. Für Trainer Roland Böller
steht eindeutig die Langbahn-Vorbereitung auf die EM in Berlin im
Vordergrund.
Die dreimalige Kurzbahn-Weltmeisterin Sandra Völker (Hamburg)
hatte auf die Kurzbahn-EM vor Jahresfrist in Valencia wegen Erkrankung
verzichten müssen. Für Antwerpen dürfte die 27-Jährige
neben Hannah Stockbauer, Annika Mehlhorn (Baunatal), die in Valencia
als Goldmedaillengewinnerin über 200 m Schmetterling kometenhaft
in die Weltelite vorstieß, Katrin Meißner und Antje
Buschschulte (Wuppertal) erneut zu den aussichtsreichsten DSV-Schwimmerinnen
gelten. Ihr Duelle mit Vize-Weltmeisterin Antje Buschschulte über
50 und 100 m Rücken sollten auch schon in Rostock zu den Höhepunkten
der Deutschen Meisterschaften gehören.
Bei den Männern darf man gespannt sein, ob neben einem Jörg
Hoffmann oder Ex-Europameister Ralf Braun (Spandau/200 m Rücken)
auch der 29-jährige Bänker Christian Keller aus Essen
auf die internationale Bühne zurückfindet. In der WM-Qualifikation
für Fukuoka war der 31-malige Deutsche Meister seit seinem
Debut in der DSV-Nationalmannschaft (EM 1991 in Athen) erstmalig
gescheitert. Keller gehörte wie der nach Riesa gewechselte
Sebastian Halgasch zu den "WM-Geschädigten" der vergangenen
Saison. Halgasch (21) feierte in Rio de Janeiro bereits einen Weltcup-Erfolg
über 100 m Rücken. In Rostock trifft er auf den WM-Dritten
über 100 m Rücken, Steffen Driesen (Uerdingen), Europameister
Stev Theloke (Chemnitz) und Ralf Braun.
Ältester Teilnehmer in der DSV-Elite wird erneut der 36-jährige
Berliner Sven Lodziewski (Zehlendorf) sein. Nach der Bronzemedaille
mit der 4x100 m Freistilstaffel in Fukuoka denkt der 2,05-m-Hüne,
der als Arzt seit August in Greifswald arbeitet, erst recht nicht
daran, seinen "zweiten Sportler-Frühling" schon wieder
zu beenden. Bei der EM in Berlin will Lodziewski, bereits 1982 WM-Dritter
über 400 m Freistil, unbedingt dabei sein.
Zu den bisherigen 36 Einzel-Wettbewerben im DM-Programm kommen
in Rostock noch vier Staffel-Wettbewerbe über 4x50 m Freistil
und 4x50 m Lagen der Männer und Frauen hinzu. Diese Sprint-Staffeln
gehören auch zum EM-Programm in Antwerpen. 151 DSV-Vereine
haben für 522 Aktive insgesamt 1465 Meldungen abgegeben - vor
Jahresfrist in Freiburg waren es vergleichsweise 133 Vereine mit
424 Aktiven und 1150 Meldungen.
Die Rostocker Neptunschwimmhalle war zuletzt bei der Wiedereinführung
Deutscher Kurzbahn-Meisterschaften 1994 Schauplatz einer DM. 1996
fand dort auch die Premiere der Kurzbahn-Europameisterschaften statt.
Zu DDR-Zeiten hatte die Neptunschwimmhalle praktisch den Status
eines ständigen Austragungsortes der Hallen-Meisterschaften
auf der 25-m-Bahn.
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