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Schwimmen, 29.11.01, von schwimm-press
Deutsche Kurzbahn-Meisterschaften Rostock — DSV-Titelkämpfe so attraktiv wie lange nicht mehr

Rostock (schwimm-press) Die achten Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften nach Wiedereinführung 1994 werden so attraktiv wie schon lange nicht mehr: Die Rostocker Neptunschwimmhalle sieht vom 30. November bis 2. Dezember nahezu die gesamte DSV-Elite am Start. Die nationalen Titelkämpfe bedeuten gleichzeitig Qualifikation für die 14 Tage später folgenden Kurzbahn-Europameisterschaften in Antwerpen (13. bis 16. Dezember). Der DSV setzt für die Saison 2001/2002 auf eine Bestätigung der mit insgesamt 15 Medaillen (3-6-6) über Erwarten positiven WM-Bilanz von Fukuoka/Japan für den nächstjährigen kontinentalen Höhepunkt mit dem Heimvorteil der Europameisterschaften in Berlin (25. Juli bis 4. August).

Aktuelle Richtschnur in der EM-Qualifikation für Antwerpen ist Platz sechs der "bereinigten" Europa-Rangliste (nur zwei Schwimmer pro Nation) der vergangenen Kurzbahn-Saison. Für 2000 galt vergleichsweise noch Platz acht. Sportdirektor Ralf Beckmann hat die maximale Team-Stärke für Antwerpen auf 26 begrenzt. Sollten mehr als 26 Aktive die Nominierungsvoraussetzungen erfüllen, werden die 26 besten Ergebnisse gemäß der Punktetabelle der Europäischen SchwimmLiga (LEN) berücksichtigt. Neben den Finalleistungen aus den Rostocker Meisterschaftstagen werden auch die bisher vorliegenden Ergebnisse der laufenden Weltcup-Saison herangezogen.

Im Weltcup engagiert sind zeitgleich zu Rostock u.a. Vize-Weltmeisterin Katrin Meißner (Spandau), die beiden USA-Studentinnen Silvia Szalai (Frankfurt/Main) und Anne Poleska (Krefeld) sowie der Leipziger Jirka Letzin, der mit drei Siegen auf den Lagen-Strecken in Rio de Janeiro in die neue Weltcup-Saison gestartet war. Aus dem Kreis der 26 WM-Teilnehmer von Fukuoka fehlen neben Meißner und Szalai lediglich Langstrecken-Weltmeisterin Peggy Büchse (Rostock), Meike Freitag (Frankfurt/Main) und Johannes Oesterling (Stadtallendorf).

Dafür wollen sich in Rostock Weltrekordlerin Franziska van Almsick (Berlin) nach behobenem Bandscheibenvorfall und Ex-Weltmeister Jörg Hoffmann nach eineinhalbjähriger Wettkampf-Pause in die DSV-Elite zurückmelden. Der bald 32-jährige Potsdamer Student der Forstwirtschaft will nach eigenem Bekunden noch einmal "angreifen", seinem vermeintlichen Nachfolger auf den langen Freistilstrecken, Heiko Hell (Elmshorn), Paroli bieten.

Das gilt für die 23-jährige Franziska van Almsick gleichermaßen. Über 100 und 200 m Freistil sowie 100 m Schmetterling hat sie für Rostock gemeldet. Die Kurzbahn-DM ist die erste "Nagelprobe" auf ihrem angestrebten Weg zurück in die Weltspitze. Mit Norbert Warnatzsch steht in Berlin ein neuer Trainer an ihrer Seite, der einen Torsten Spanneberg in Fukuoka (WM-Sechster über 100 m Freistil, Silber über 4x100 m Lagen und Bronze über 4x100 m Freistil) nach Jahren der Stagnation wieder in die internationale Elite des Schwimmsports zurücktrieb.

Volle Motivation für die neue Kurzbahn-Saison bringt wie in früheren Jahren Vize-Weltmeister Thomas Rupprath (Wuppertal) mit. Der 24-jährige Profi, gewissermaßen Lokal-Matador in Rostock, geht mit Rekord-Ambitionen über 100 und 200 m Schmetterling an den Start. Der gebürtige Neusser hat seinen Zweit-Wohnsitz seit Oktober nach Warnemünde-Diedrichshagen verlegt. Mit insgesamt fünf Einzel-Starts (50/100/200 m Schmetterling, 50/100 m Rücken) hat er sich das "strammste" Programm aller Spitzenschwimmer für die drei Wettkampf-Tage vorgenommen.

Die 19-jährige Doppel-Weltmeisterin Hannah Stockbauer (Erlangen), die ihre Konzentration bis nächstes Frühjahr mehr auf ihr Abitur denn auf den Sport richtet, streicht für Rostock die 1500 m Freistil (kein EM-Wettbewerb) und "beschäftigt" sich neben den 200, 400 und 800 m Freistil "außer der Reihe" mit den 200 m Rücken. Für Trainer Roland Böller steht eindeutig die Langbahn-Vorbereitung auf die EM in Berlin im Vordergrund.

Die dreimalige Kurzbahn-Weltmeisterin Sandra Völker (Hamburg) hatte auf die Kurzbahn-EM vor Jahresfrist in Valencia wegen Erkrankung verzichten müssen. Für Antwerpen dürfte die 27-Jährige neben Hannah Stockbauer, Annika Mehlhorn (Baunatal), die in Valencia als Goldmedaillengewinnerin über 200 m Schmetterling kometenhaft in die Weltelite vorstieß, Katrin Meißner und Antje Buschschulte (Wuppertal) erneut zu den aussichtsreichsten DSV-Schwimmerinnen gelten. Ihr Duelle mit Vize-Weltmeisterin Antje Buschschulte über 50 und 100 m Rücken sollten auch schon in Rostock zu den Höhepunkten der Deutschen Meisterschaften gehören.

Bei den Männern darf man gespannt sein, ob neben einem Jörg Hoffmann oder Ex-Europameister Ralf Braun (Spandau/200 m Rücken) auch der 29-jährige Bänker Christian Keller aus Essen auf die internationale Bühne zurückfindet. In der WM-Qualifikation für Fukuoka war der 31-malige Deutsche Meister seit seinem Debut in der DSV-Nationalmannschaft (EM 1991 in Athen) erstmalig gescheitert. Keller gehörte wie der nach Riesa gewechselte Sebastian Halgasch zu den "WM-Geschädigten" der vergangenen Saison. Halgasch (21) feierte in Rio de Janeiro bereits einen Weltcup-Erfolg über 100 m Rücken. In Rostock trifft er auf den WM-Dritten über 100 m Rücken, Steffen Driesen (Uerdingen), Europameister Stev Theloke (Chemnitz) und Ralf Braun.

Ältester Teilnehmer in der DSV-Elite wird erneut der 36-jährige Berliner Sven Lodziewski (Zehlendorf) sein. Nach der Bronzemedaille mit der 4x100 m Freistilstaffel in Fukuoka denkt der 2,05-m-Hüne, der als Arzt seit August in Greifswald arbeitet, erst recht nicht daran, seinen "zweiten Sportler-Frühling" schon wieder zu beenden. Bei der EM in Berlin will Lodziewski, bereits 1982 WM-Dritter über 400 m Freistil, unbedingt dabei sein.

Zu den bisherigen 36 Einzel-Wettbewerben im DM-Programm kommen in Rostock noch vier Staffel-Wettbewerbe über 4x50 m Freistil und 4x50 m Lagen der Männer und Frauen hinzu. Diese Sprint-Staffeln gehören auch zum EM-Programm in Antwerpen. 151 DSV-Vereine haben für 522 Aktive insgesamt 1465 Meldungen abgegeben - vor Jahresfrist in Freiburg waren es vergleichsweise 133 Vereine mit 424 Aktiven und 1150 Meldungen.

Die Rostocker Neptunschwimmhalle war zuletzt bei der Wiedereinführung Deutscher Kurzbahn-Meisterschaften 1994 Schauplatz einer DM. 1996 fand dort auch die Premiere der Kurzbahn-Europameisterschaften statt. Zu DDR-Zeiten hatte die Neptunschwimmhalle praktisch den Status eines ständigen Austragungsortes der Hallen-Meisterschaften auf der 25-m-Bahn.

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Letzte Aktualisierung: 12.12.2001 •  webmaster@swimpool.de
 
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